Schulprävention in der Berufsbildenden Schule Ahrweiler

Mehr zu "HIV und AIDS"

Am 23. Mai06 hat unsere Klasse der HBM (Höheren Berufsfachschule Medien) die Gelegenheit bekommen den 45 Jährigen Thomas Dresen kennen zu lernen, welcher seit 20 Jahren mit dem HI-Virus zu kämpfen hat!

In den 80er Jahren ist er für 2 Jahre nach Thailand gezogen und eröffnete dort ein deutsches Restaurant, doch dort hat er sich durch Unwissenheit mit dem HI-Virus infiziert. Der Virus war in den 80er Jahren noch nicht bekannt genug, um zu wissen wie man die Infizierung verhindert, geschweige denn, wie man sich damit infizieren könnte. Heute wissen wir alle, dass man sich mit Hilfe eines Kondoms schützen kann und ebenfalls wie man sich infiziert!

Er erkrankte nach seiner Infektion an Gürtelrose, einer Krankheit, welche für junge Menschen unüblich ist und eher bei älteren Personen auftritt. Sein Arzt ließ ihn wegen eines Verdachts auf HIV, einen HIV-Test machen, welcher positiv ausfiel. Nach der Diagnose waren seine Pläne durchkreuzt worden. Unter anderem musste er sein in Ahrweiler erworbenes Haus wieder verkaufen.
Er erzählte uns, dass er in der ersten Zeit schon mehrmals mit seinem Leben abgeschlossen hätte, da die meisten Personen nicht lange überleben würden. Doch er hat Glück, denn er lebt seit 20 Jahren mit dem Virus und hat sich auch das Ziel gesetzt noch weitere 20 Jahre durchzuhalten. Und das, obwohl AIDS schon mehrmals bei ihm ausgebrochen ist! Was mich persönlich sehr verdutzte, da ich davon ausging, dass man AIDS nicht wieder bekämpfen könne nachdem es ausgebrochen ist.
Er hat es schon mehrmals bekämpft, doch es kann immer wieder ausbrechen, früher oder später kann es das letzte Mal sein. Er erkrankte auch schon an Krebs, doch auch diesen konnte er durch seinen starken Willen und durch die Chemotherapie besiegen!
Er entschied sich anfangs dazu seine HIV-Diagnose geheim zu halten, sich also nicht zu „outen“ Er lebte mit dem Bewusstsein HIV positiv zu sein und war vorsichtig genug und ging kein Risiko ein. Nach einiger Zeit „outete“ er sich schließlich doch.
Und damit fing der Kampf an!

Es war nicht leicht für ihn, denn seine „Freunde“, sowie seine Familie distanzierten sich von ihm und brachen letztendlich den Kontakt ab.
„Deine wahren Freunde erkennst du in der Not“ und so sind von seinen Freunden zwar nur die 3-4 geblieben, doch diese sind für ihn da und halten auch zu ihm! Was seine Familie angeht, so wurde er von ihnen im Stich gelassen, was mich sehr schockierte. Er hatte mit Spott und Gemeinheiten zu kämpfen, Sätze wie „Du bist es doch selber schuld!!“ waren keine Seltenheit! Er wuchs bei uns in Ahrweiler auf, in einer sehr konservativen Stadt, die es ihm nicht leicht machte. Heute, da HIV und AIDS bekannt ist, interessieren sich die Menschen für das Thema und informieren sich bei ihm. Selbst die Personen, welche ihn vorher verstoßen und beschimpft haben. Diese Personen haben jetzt selber Kinder, welche sich infizieren könnten und machen sich mittlerweile Gedanken darüber und wollen Infos zu dem Thema haben. Seit 1998/99 betreibt er Öffentlichkeitsarbeit, indem er sich zur Verfügung stellt und die verschiedensten Schulen besucht, um über HIV, AIDS und andere sexuellübertragbare Krankheiten zu informieren. Den Schritt zu wagen, an die Öffentlichkeit zu treten und dafür zu sorgen, dass so viele Menschen wie möglich informiert werden, finde ich persönlich nicht nur äußerst mutig, sondern auch bewundernswert!
Er hatte sich nie vorstellen können später in der Öffentlichkeit tätig zu sein, doch durch die Diagnose verließ ihn sein damaliger Egoismus und sein Soziales Engagement wurde geweckt! Dieses kommt nun allen wissbegierigen Menschen zugute!

Wir wurden befragt ob wir wüssten, mit welchen vier Flüssigkeiten wir uns infizieren können und wie es dazu kommen kann. Dies geschah mit Hilfe von Bildern auf denen verschiedene Personen in verschieden Situationen zu sehen waren. Die Antworten waren meist sehr durchwachsen.
Wir wurden unter anderem gefragt, wie hoch wir die Prozentzahl der bei der Geburt infizierten Neugeborenen schätzen die von einer HIV-Erkrankten Mutter zur Welt gebracht würden. Die meisten tippten auf über die Hälfte der Kinder, doch es sind nur 1% - 2%, was dadurch zu Stande käme, weil die Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden und danach mit Medikamenten versorgt würden, welche HIV-Erkrankte Personen bekommen. Danach gilt absolutes Stillverbot für die Mütter, da Muttermilch eine der vier Flüssigkeiten darstellt an denen man sich infizieren kann!

Diese zwei Stunden in denen wir erst befragt und informiert wurden und anschließend Fragen stellen konnten vergingen wie im Flug und waren mehr als nur informativ!
Ich habe mich schon vorher mit dem Thema befasst und trotzdem noch etwas dazu lernen können, d.h. selbst wenn wir der Meinung sind alles zu wissen, kann es dennoch sein, dass uns eine infizierte Person trotzdem Dinge erzählen kann die man noch nicht weiß!

Wenn Ihr jetzt neugierig geworden seid und Euch evtl. mit ihm in Verbindung setzten wollt, besucht einfach seine Homepage www.dresen1a.de oder geht auf die Seite der Koblenzer Aidshilfe: www.Koblenz.aidshilfe.de


Alina Broicher

zur HP