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HiV News
Aktualisiert am 05.04.2010
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Übergewicht
und HIV: Einfluss auf Erholung Immunstatus? von Christine Gutmann Unter einer HIV-Therapie kommt es in der
Regel zu einer guten Erholung der Immunschwäche, gemessen an der Erholung
der CD4 Werte. Der Effekt ist nicht bei allen Menschen gleich gut. Spielt
Übergewicht eine Rolle? Um den Effekt des (Über)-Gewichts auf
die CD4-Zellzahl zu untersuchen, wurden 1001 Patienten mit dokumentierter
HIV Serokonversion bezüglich BMI Klassen und Änderungen der CD4-Zellzahl
untersucht. Vor der HAART Ära war ein höherer BMI mit einer weniger
starken Reduktion der CD4-Zellzahl über die Zeit assoziiert. In der HAART
Ära fällt jedoch auf, dass übergewichtige Patienten einen weniger
starken Anstieg der CD4-Zellzahl unter Therapie haben. Tiefere
CD4-Zellzahl, respektive eine langsamere Erholung der CD4-Zellzahl, könnte
eine weitere unerwünschte Nebenwirkung des Übergewichts sein. Die Prävalenz für Übergewicht ist auch
bei den HIV-positiven Patienten steigend. Obwohl man weiß, dass zu viel
an Gewicht sich für einige medizinische Aspekte ungünstige auswirkt, ist
der Einfluss auf das Immunsystem noch nicht so gut verstanden. Vor der Einführung der HAART haben
Studien gezeigt, dass Untergewicht mit tieferer CD4-Zellzahl und kürzerem
Überleben assoziiert war, demgegenüber höher Gewichtige eine weniger
schnelle HIV Progression zeigten. Seit der HAART Einführung sieht man das
wasting syndrom weniger häufig und die Bedeutung des Gewichtes,
insbesondere des Übergewichtes und der Adipositas, hat sich verändert. Die Studie aus Amerika untersuchte die
Beziehung zwischen longitudinalen Gewichtsmessungen, respektive BMI
Messungen, und der CD4-Zellzahl von 1001 Patienten mit dokumentierter HIV
Serokonversion (Daten aus der US Military HIV Natural History Study
1986-2008). Resultate: Von den 1001 dokumentierten
Patienten waren 400 übergewichtig (BMI 25-30), 84 adipös (BMI > 30)
und 12 waren untergewichtig (BMI < 18) bei HIV Diagnosestellung.
Durchschnittliches Alter war 29 Jahre, 96% waren Männer, 45% Weisse, 40%
Afro Amerikaner. Bei 61% Patienten wurde die Diagnose in der HAART Ära
gestellt. Diskussion: Die Studie versucht zu
zeigen, dass das Gewicht die CD4-Zellzahl während der HIV Infektion
beeinflusst und zwar mit unterschiedlichen Auswirkungen vor bzw. in der
HAART Ära. Vor der HAART Ära ging eine höhere BMI Klasse mit einer
weniger ausgeprägten Reduktion der CD4-Zellzahl einher, dieser positive
Effekt konnte nach Einführung der HAART nicht mehr dokumentiert werden,
im Gegenteil, bei adipöse Patienten ist der absolute und prozentuale
Anstieg der CD4-Zellzahl geringer. Diese Daten lassen vermuten, dass
Adipositas mit einer schlechteren Erholung des Immunsystems einhergeht,
vorausgesetzt der Zugang zu der antiretroviralen Therapie ist gewährleistet.
Frühere Studien aus der prä-HAART Ära
zeigten, dass mehr Gewicht mit stabileren CD4-Werten, langsamerer HIV
Progression und verbessertem Überleben assoziiert war. Diese
Beobachtungen wurden erklärt, dass "Gewichtsreserven" in Form
von "Fettpolstern" möglicherweise vor schwerem wasting und
AZ-Zerfall bei AIDS definierenden Erkrankungen schützen und das
Immunsystem schützen. Da die Inzidenz von wasting und schweren
AIDS Erkrankungen dank der Einführung der HAART abgenommen hat, ist der mögliche
positive Einfluss des Gewichtes verschwunden. Was ist nun aber die Erklärung der
Studie für die Beobachtung? Adipositas ist assoziiert mit der Erhöhung
von entzündlichen Markern (CRP und Interleukin-6) und Adipokine hätten
negative Auswirkungen auf das Immunsystem. Möglicherweise hat Übergewicht/Adipositas
auch einen negativen Effekt auf die ART-Medikamentenspiegel, weil die
lipophilen Medikamente in dieser Population ein größeres
Verteilungsvolumen im Fettgewebe haben. Hier werden sicher noch weitere
Studien folgen, welche diese Hypothese untersuchen werden. Fazit: Adipositas und HIV-Positivität hat nebst allen übrigen medizinischen Problemen (Herz-Kreislauf, Gelenke, Stoffwechsel...), die schon ohne HIV problematisch sein können, auch noch einen negativen Einfluss auf die CD4 |
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Erneut
Allzeithoch bei neuen HIV-Infektionen Aktuelle Halbjahreszahlen des
Robert-Koch-Instituts veröffentlicht. von Christian Hoffmann Hamburg - Der Trend zu mehr
Neuinfektionen setzt sich fort: Wie letzte Woche bekannt wurde, wurden dem
Robert-Koch-Institut in Berlin bis zum 1.3.2008 insgesamt 2752 neue
HIV-Infektionen aus 2007 gemeldet. Dies ist eine Zunahme von 4%. Der Anstieg ist vor allem auf neu
HIV-diagnostizierte schwule Männern (MSM) zurückzuführen, bei denen
eine 12%ige Zunahme beobachtet wurde. Der Anteil an MSM unter den
Neuinfektionen nimmt überproportional zu und liegt inzwischen bei 65%.
Diese Zahlen können nicht allein durch das verbesserte Meldesystem bzw.
Testverhalten erklärt werden. Vermutet wird daher auch, dass die in
Deutschland seit Jahren kontinuierlich zunehmende Zahl der
Syphilis-Infektionen eine Rolle spielt. Die generelle Zunahme sexuell übertragbarer
Erkrankungen dürfte, dem RKI zufolge, eine größere Rolle als ein
abnehmendes Schutzverhalten spielen. Von den 1543 neuen HIV-Infektionen
bei MSM stammen rund die Hälfte aus den fünf Großstädten Berlin (316),
Hamburg (125), Köln (122) München (89) und Frankfurt (45). Im Gegensatz zu MSM geht in Deutschland
der Anteil an Neudiagnosen unter Drogenkonsumenten und Migranten aus
Hochprävalenzgebieten zurück. Der Anteil der Frauen an den
HIV-Neudiagnosen lag in 2007 nur bei 16,1 %, er erreichte damit den
niedrigsten prozentualen Wert seit 1993, dem Beginn der differenzierten
Erfassung. 25 der neu diagnostizierten
HIV-Infektionen betrafen Kinder, davon wurden 16 in Deutschland geboren.
13 der 16 Mütter war kein HIV-Test in der Schwangerschaft angeboten
worden. Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte, Krankenhäuser und
Krankenkassen hat daher schon im Dezember 2007 in einer aktualisierten
Mutterschaftsrichtlinie darauf hingewiesen, dass die betreuenden Ärzte
inzwischen verpflichtet sind, den HIV-Test im Rahmen der
Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen anzubieten. Die Beratung (nicht das
Ergebnis) muss im Mutterpass dokumentiert werden. |
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Einreiseverbot
aufgehoben
HIV-infizierte Ausländer dürfen in die USA einreisen Mehr als 20
Jahre lang durften Ausländer mit einer HIV-Infektion oder Aids-Erkrankung
die USA nicht besuchen. Nun ließ US-Präsident Barack Obama das Verbot
aufheben. Die Vereinten Nationen begrüßten die Öffnung und appellierten
auch an andere Länder, dem amerikanischen Beispiel zu folgen. Ausländische
Besucher mit einer HIV-Infektion oder Aids-Erkrankung dürfen nach fast
einem Vierteljahrhundert erstmals wieder die USA betreten. Washington hob
ein vor 22 Jahren verhängtes Einreise- und Einwanderungsverbot für
Menschen mit HIV oder Aids auf. US-Präsident Barack Obama hatte die Öffnung
des Landes für HIV-infizierte Nicht-Amerikaner schon im Oktober angekündigt.
Zur Begründung sagte er, dass das Verbot „mit Angst, nicht mit Fakten
zu tun" habe. Sein Ziel sei, das mit der Krankheit verbundene Stigma
zu beseitigen. Die Vereinten Nationen appellierten an alle Welt, die
Menschenrechte von HIV-Infizierten zu achten und dem amerikanischen
Beispiel zu folgen. Südkorea hatte seine Bestimmungen in der vergangenen
Woche gelockert. UN-Angaben zufolge werden Fremde mit HIV noch immer von
57 Ländern der Welt abgewiesen oder bei der Einreise benachteiligt. Auch
Menschenrechtsorganisationen zeigten sich erfreut. Die Organisation
Immigration Equality erklärte, sie sei „sehr zufrieden", dass
diese „beleidigende Diskriminierungspolitik" endlich beendet sei.
Die Organisation Human Rights Campaign, die sich für die Rechte
Homosexueller einsetzt, teilte mit, mit der Aufhebung des Verbots sei
endlich ein „trauriges Kapitel" im Umgang mit HIV-Positiven
beendet. Durch die neue Regelung können die USA 2012 erstmals auch eine
Weltaidskonferenz abhalten. Die Zusammenkunft von HIV/Aids-Experten,
Politikern und Aktivisten findet alle zwei Jahre in einem anderen Land
statt. „Im Kampf gegen die weltweite Aids-Pandemie sind wir weltweit führend,
aber wir sind noch immer einer von nur einem Dutzend Staaten, der Menschen
mit HIV die Einreise verwehrt", hatte Obama im Herbst bemängelt. |
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Für Menschen mit HIV, die aufgrund ihrer antiretroviralen Therapie (ART) unter Durchfall leiden, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Das Durchfallmittel Loperamid und ähnliche Präparate dürfen weiterhin nicht auf Kosten der Krankenkassen verschrieben werden. Verhandlungen im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Mitte Mai verliefen erfolglos, so dass vorerst alles bleibt, wie es ist. Loperamid und Co. sind nicht mehr verschreibungsfähig, seit am 1. April die neue Arzneimittelrichtlinie in Kraft getreten ist. Loperamid auf Krankenschein? Das geht! Die gute Nachricht: Es gibt trotzdem eine Möglichkeit, Loperamid auf Krankenschein zu erhalten, wenn Durchfall zu den Nebenwirkungen der ART zählt. In begründeten Einzelfällen können Medikamente nämlich auch dann verordnet werden, wenn sie in der Richtlinie von der Verordnung ausgeschlossen sind. Die Begründung muss lediglich in der Patientenakte vermerkt werden, nicht auf dem Rezept. (Diese Möglichkeit ergibt sich aus dem Sozialgesetzbuch V, § 31, Absatz 1 und der Arzneimittelrichtlinie, Paragraf 16, Absatz 5.) Dass diese Strategie aufgeht, ist bisher nicht hundertprozentig sicher, aber sehr wahrscheinlich. Die meisten Ärzte und Apotheker werden voraussichtlich mitziehen. Damit gäbe es eine Übergangslösung für das Problem, bis die Arzneimittelrichtlinie hoffentlich doch noch geändert wird. Das kann frühestens in der nächsten Sitzung der AG Arzneimittel des G-BA am 10. Juni geschehen. Auch dann würde es aufgrund bürokratischer Hürden noch Monate dauern, bis die Medikamente im Alltag wieder problemlos verschrieben werden könnten. Für die Verschreibungsfähigkeit der Durchfallbremsen spricht vieles: Diarrhö (wie das auf Medizinisch heißt) schränkt nicht nur die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten stark ein, sondern kann auch den Therapieerfolg gefährden, denn sie vermindert die Aufnahme der antiretroviralen Substanzen im Darm und kann so Resistenzbildungen begünstigen. Die Durchfallmedikamente gehören deswegen bei HIV schon lange zum Therapiestandard. Am 10. Juni wird wieder verhandelt. Die Gegner der Verordnungsfähigkeit im GemBA argumentieren unter anderem, es gebe zu wenig wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit der Substanzen bei HIV-Therapien. Außerdem seien die Medikamente schwierig einsetzbar. Es bestehe die Gefahr, dass auch Durchfall unterdrückt werde, der durch Infektionen verursacht worden ist. Das würde dann die Selbstheilungskräfte des Körpers sabotieren. Gerade der letzte Punkt ist allerdings eher ein Argument für die Verschreibungsfähigkeit. Schließlich können fast alle Medikamente auch Schaden anrichten, wenn sie falsch verwendet werden. Um das zu verhindern, geht man eben zum Arzt. Wenn Patienten ihr Loperamid hingegen nicht mehr bezahlt bekommen, werden es sich sicherlich einige einfach so in der Apotheke holen – ohne vorher ihren Arzt nach Risiken und Nebenwirkungen zu befragen. |
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Zu
den Aufklärungspflichten der HIV-Infizierten
Wenn man über die Aufklärungspflichten
der HIV-Infizierten gegenüber ihren Intimpartnern spricht, muss man
zwischen Moral und Recht unterscheiden. Der Umfang der rechtlichen Aufklärungspflicht
eines Infizierten gegenüber seinem Intimpartner hängt davon ab, in
welcher Beziehung sie zueinander stehen.
Bei flüchtigen Sexualkontakten steht
der Gesichtspunkt im Vordergrund, dass der andere auf eigenes Risiko
handelt, wenn er sich auf solche Kontakte einlässt. Denn er darf
sich, wie dargelegt, selbst auf negative Testbescheinigungen nicht
verlassen, sondern muss bei nicht näher bekannten Partnern immer
damit rechnen, dass diese infiziert sein können.
Aus diesem Grund haben Infizierte in
solchen Fällen die Wahl: Sie können entweder ihre Partner über
die Infektion aufklären oder durch "safer sex" dafür
sorgen, dass sich das erhöhte Risiko nicht auswirkt. Sind dagegen
die Intimpartner enger miteinander verbunden, darf sich der
Infizierte nicht auf "safer sex" beschränken sondern muss
den anderen zusätzlich über die Infektion aufklären, wenn er
diesem Anlass gegeben hat darauf zu vertrauen, dass er gesund ist.
In solchen Fällen kann sogar schon
ein Seitensprung ohne "safer sex" den einen Teil
verpflichten, den anderen über das mögliche Ansteckungsrisiko
aufzuklären. Das führt aber in der Praxis kaum zu rechtlichen
Konsequenzen, weil sich im Streitfall wegen der langen
Inkubationszeit von Aids und der geringen Aussagekraft von
negativen Testergebnissen regelmäßig nicht nachweisen lässt,
wer wen angesteckt hat.
Etwas andres mag allenfalls für
solche Fälle gelten, in denen mit Hilfe der Nachbarschaft oder
der Dorfgemeinschaft nachgewiesen werden kann, dass der
Lebenswandel des hintergangenen Partners über alle Zweifel
erhaben ist.
Die Frage, ob ein Infizierter
das Recht hat, von seinem nicht infizierten Ehegatten geschützten
Geschlechtsverkehr zu verlangen, ist nur von theoretischem
Interesse. Wenn sich der nichtinfizierte Ehegatte weigert, mag
das zum Scheitern der Ehe führen. Die Weigerung hat aber als
solche keine rechtlichen Konsequenzen.
Wie schon ausgeführt, sind
HIV-Infizierte für die Ärzte, das Pflegepersonal und die
Angehörigen der Rettungsdienste nicht ansteckend, wenn
diese die gebotenen Hygienemaßnahmen beachten. Im
medizinischen Alltag lässt allerdings die Hygiene oft zu wünschen
übrig. Aus diesem Grund mag es wünschenswert sein, dass
die Infizierten das medizinische Personal von sich aus auf
die Infektion hinweisen. Dazu sind viele HIV-Infizierte auch
bereit. Das Problem ist nur, dass sie dann befürchten müssen,
nicht behandelt zu werden Deshalb ist eine einseitige Aufklärungspflicht
für die Infizierten nicht zumutbar. Sie muss durch eine
entsprechende Behandlungspflicht ergänzt werden.
Manfred
Bruns, ehemaliger Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof,
aus: Rechte und Pflichten der Gesunden, der
HIV-Infizierten und der an Aids erkrankten. ~ 1990
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HIV-Positiv
durch Komasaufen?
Betrunkene haben mehr Sex und verwenden weniger Kondome. Zu erschreckenden Ergebnissen kommt eine Studie der New Yorker Gesundheitsbehörde: Sie findet einen Zusammenhang zwischen Komasaufen und erhöhten HIV-Infektionsraten bei Schwulen. Die Behörde definiert Komasaufen dabei mit mindestens fünf Alkoholeinheiten, also mindestens einer halben Flasche Wodka. Während sich nur einer von sieben Heteros im Monat vor der Befragung knapp vors Delirium gesoffen hat, waren es bei Schwulen jeder vierte. Und unter Alkoholeinfluss haben Schwule der Studie zufolge öfter Sex: 27 Prozent der Befragten waren bei ihrem letzten Sex besoffen, 12 Prozent hatten zusätzlich noch andere Drogen konsumiert. Außerdem würden Alkoholisierte eher auf ein Kondom verzichten: Während 86 Prozent der Nüchternen Analsex nur mit Kondom praktizieren, waren es bei den Betrunkenen nur mehr 65 Prozent. Die Schlussfolgerung der Studie: Wer öfter Sex hat und dabei eher auf ein Kondom verzichtet, hat ein höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Sie empfiehlt deshalb, das Mindestalter für Alkoholkonsum bei 21 Jahren zu belassen, gegen Trinkgelage unter Jugendlichen vorzugehen und die Steuern auf Alkohol zu erhöhen. GGG.at - Verein zur Förderung lesbischwuler Kommunikation vom 14. Januar 2009 |
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Neues
zur Superinfektion
Keine Hinweise bei Sex ohne Kondom zwischen langjährigen Partnern. Eine Studie bei langjährigen HIV-positiven Paaren, die beim Sex keine Kondome benutzen, hat keine Hinweise auf HIV-Superinfektionen erbracht. Im Gegenteil, eine häufige Auseinandersetzung mit dem Virus des Partners stand in klarer Beziehung zu einer deutlichen Immunantwort gegen dieses Virus. Seit langem ist eine der Gefahren, mit denen sich HIV-Positive konfrontiert sehen, die Gefahr einer Superinfektion. Superinfektion bedeutet, dass zu der schon vorhandenen HIV-Infektion noch eine Infektion mit einem weiteren HIV hinzukommt. Neben einer zusätzlichen Schwächung des eigenen Immunsystems könnte hier eine besondere Gefahr darin liegen, dass mit der zusätzlichen HIV-Infektion auch Resistenzen gegen Medikamente ‘übertragen’ werden. Superinfektion - was ist dran?, fragen sich immer wieder Positive. Doch immer mehr Daten deuten darauf hin, dass diese Superinfektion für viele HIV-Positive nicht viel mehr als eine vermeintliche, theoretische aber nicht reale Gefahr ist. Zwar berichten Wissenschaftler gelegentlich über Fälle von Superinfektionen, sowohl bei frischer erster HIV-Infektion, als auch bei chronischer HIV-Infektion. Hierbei scheint es sich jedoch -gerade wenn es um die Konstellation einer chronischen HIV-Infektion geht- um Einzelfälle zu handeln. Allerdings gab es bisher kaum zuverlässige Daten darüber, in welchen Konstellationen es wie häufig Superinfektionen kommt (geschweige denn, wie riskant die Auswirkungen in der Praxis sind). Dies hat sich nun geändert. In der Ausgabe der online-Fachzeitschrift Plos Pathogens (24. Oktober 2008) berichten Willberg und seine Mitarbeiter (University of California, San Francisco) über eine Studie, in der sie an 49 HIV-Positiven, die alle aufgrund erfolgreicher antiretroviraler Therapie eine Viruslast unter der Nachweisgrenze hatten, deren HIV-spezifische Immunantwort untersuchten. Die (kleine) Gruppe wurde für die Datenanalyse unterteilt: in eine von 29 HIV-Positiven, bei denen auch der Partner eine Viruslast unter der Nachweisgrenze hatte, und eine Gruppe von 20 Positiven, bei deren Partner Viruslast nachweisbar war. Hinsichtlich Beziehungsdauer, Alter, Infektionsdauer, Zeit antiretroviraler Behandlung und CD4-Wert bestand zwischen beiden Gruppen kein signifikanter Unterschied. Es gab bei der Analyse keine Zeichen einer Superinfektion. Allerdings konnte in der Gruppe der Positiven, die einen Partner mit Viruslast hatten, eine deutlich stärkere Immunantwort gegen HIV-Bausteine festgestellt werden. Dabei war die Immunantwort umso ausgeprägter, je häufiger Sex ohne Kondom stattfand, insbesondere je häufiger rezeptive Aufnahme erfolgte (sprich: er der ‘passive’ Sexpartner war). Die Autoren der Studie vermuten, dass die verbesserte Immunantwort darauf zurückzuführen sei, dass zwar eine gewisse Form von Superinfektion stattfinde (die dann die Auseinandersetzung des Immunsystems mit HIV mit sich bringe), diese sich aber auf die Schleimhäute beschränke. Die Studie scheint nahe zu legen, dass selbst bei Personen mit nachweisbarer Viruslast und mit HIV, das Medikamentenresistenzen hat, das Risiko, den HIV-positiven Partner mit diesem ‘resistenten HIV’ zu infizieren (Superinfektion) sehr gering ist, selbst wenn dieser der ‘passive’ Sexpartner ist, resümiert aidsmap. Ob die Studienergebnisse auch bei wechselnden Sex-Partnern gelten, dazu gebe es keine Informationen. Die Forscher vermuteten, dass für die beobachtete Immunantwort die häufige Auseinandersetzung mit dem gleichen HIV (des Partners) verantwortlich sei. Der Studie kommt besondere Bedeutung auch zu angesichts der häufigen Praxis des Serosortings - Menschen suchen sich einen Sexpartner mit gleichem HIV-Status, um dann Sex ohne Kondom haben zu können. Willberg CB et al. “Immunity to HIV-1
is influenced by continued natural exposure to exogenous virus.” PLoS
Pathogens 4 (10): e1000185, 2008. |
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AIDS-Patienten
sind schmerztherapeutisch unterversorgt
Deutscher Schmerzkongress: Schmerzen und Depressionen bei HIV-Infektion. Abhängig vom Krankheitsstadium leiden bis zu 97 Prozent aller HIV- und AIDS-Patienten unter Schmerzen - hervorgerufen durch die Krankheit selbst und häufig auch durch damit verbundene Depressionen. 85 Prozent von ihnen erhalten keine ausreichende Schmerztherapie. Diese Zahlen stellte Prof. Dr. Ingo W. Husstedt (Universität Münster) jetzt beim Deutschen Schmerzkongress in Berlin vor. Unzureichend behandelte Schmerzen und Depressionen - nur die Hälfte aller depressiven Episoden bei HIV-Patienten werden diagnostiziert - führten unter anderem dazu, dass HIV-Patienten ihre antiretroviralen Medikamente nicht mehr einnähmen. "Depressionen und Schmerz müssen bei allen HIV-Patienten adäquat behandelt werden", sagte Prof. Husstedt. "Dabei ist es besonders wichtig, mögliche Wechselwirkungen mit HIV-Medikamenten zu kennen und durch die richtige Auswahl der Wirkstoffe zu vermeiden." Jeder zweite leidet unter Kopfschmerzen Schmerzen sind mit Abstand der häufigsten Grund für die Krankenhaus-Einweisung von AIDS-Patienten. Bis zu 60 % der stationären, 70 % der ambulanten und 97 % der Patienten im Finalstadium leiden unter Schmerzen. Am häufigsten sind Kopfschmerzen (55 %), Nervenschmerzen und Speiseröhrenschmerzen (je 30%), Schmerzen in der Mundhöhle (28%), sowie Schmerzen im Brustraum (22 %) und Bauchschmerzen (20%). Auf einer Skala von 1 bis 10 wird die Schmerzstärke im Mittel mit 7,4 angegeben, jeder Patient leidet im Durchschnitt unter Schmerzen an zwei bis drei verschiedenen Organsystemen. In Ländern ohne Zugang zur hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) sind 98% aller Patienten von Schmerzen betroffen. Frauen und Drogengebraucher werden schlechter behandelt Ca. 85 % der Patienten mit Schmerzen bei HIV und AIDS erhalten eine unzureichende Schmerztherapie. Während bei 20% der HIV-Infizierten keinerlei Medikamente eingesetzt werden, erhalten 41% NSAR (wie zum Beispiel Aspirin oder Diclophenac), 26% Opioide. Die Patienten, die die HIV-Infektion durch Drogengebrauch akquiriert haben, werden - wie auch Frauen und Patienten mit niedrigem Bildungsstand - schlechter schmerztherapeutisch versorgt. "Häufige Barrieren einer adäquaten Schmerztherapie HIV-Infizierter sind auf Seiten der Therapeuten nicht ausreichendes Wissen, fehlende Ausbildung, der Wunsch, keine Opioide zu verschreiben und die Angst vor Medikamentenmissbrauch durch die Patienten", stellt Prof. Husstedt fest. "Hier müssen Vorurteile ab- und schmerztherapeutisches Wissen aufgebaut werden." Hintergrund: Schmerz durch HIV Die HIV-Infektion selbst verursacht im Gehirn und Rückenmark über direkte und indirekte Mechanismen umfassende immunologische Veränderungen, die z.B. zu neurokognitiven Störungen, zu Nervenschmerzen und depressiven Episoden führen. Die Invasion und Vermehrung des HI-Virus ruft durch eine Aktivierung bestimmter Hirnzellen entzündliche Prozesse hervor. Das HI-Virusprotein gp120 ist ein starkes Nervengift und kann eine mechanische Schmerzüberempfindlichkeit auslösen, die durch neutralisierende Antikörper blockiert werden kann. Bestimmte Botenstoffe (Neurotransmitter) werden vermehrt ausgeschüttet und verändern die Weiterleitung von Schmerzreizen. Oft gekoppelt: Schmerz und Depression Schmerzen und depressive Erkrankungen sind oft miteinander gekoppelt. Die HIV-Infektion des Gehirns ruft nun zum einen neurokognitive Störungen unterschiedlichen Ausmaßes hervor, die das Vollbild einer Demenz erreichen können. Depressivität ist ein Bestandteil dieser Entwicklung. "Besonders sensibel ist der Zeitraum nach Mitteilung einer HIV-Infektion, in dem die Hälfte der Betroffenen eine depressive Episode erleben, 5% Selbstmordgedanken haben und 2% einen Selbstmordversuch unternehmen", so Prof. Husstedt. Studien ergaben eine Häufigkeit depressiver Episoden bei HIV-Patienten von 57 % und von Angststörungen von 34 %. Oft besteht zusätzlich ein Alkohol- und Drogenmissbrauch. Nur 50 % der depressiven Episoden HIV-Infizierter werden korrekt diagnostiziert und nur 10 % adäquat behandelt. "Eine Ursache dafür ist, dass HIV-Patienten körperliche Beschwerden in den Vordergrund stellen", erklärt Prof. Husstedt. "Bei bis zu 40 % der HIV-Infizierten verbirgt sich hinter Schmerzen eine depressive Episode. Ärzte sollten bei der Schilderung von Beschwerden wie verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, diffuse, schlecht lokalisierbare Schmerzen in Bauch, Brust und Kopf, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen und Schwindel hellhörig werden." Herausforderung an die Schmerztherapeuten Aufmerksamkeit gegenüber Depressivität sei vor allem deshalb wichtig, weil sie der häufigste Grund für Patienten ist, die antiretroviralen Medikamente nicht einzunehmen und somit die Langzeitprognose wesentlich zu verschlechtern. Auch haben Patienten mit einer zusätzlichen Hepatitis-Infektion, die mit Interferonen behandelt wird, ein besonders hohes Risiko, an Depressionen zu erkranken. "Schon die Verdachtsdiagnose einer depressiven Episode bei einem HIV-Patienten rechtfertigt eine Therapie mit Medikamenten und psychotherapeutischen Verfahren", unterstreicht Husstedt. Aufgrund der komplexen Interaktionen mit den Retrovirustatika müsse das Antidepressivum sorgfältig ausgewählt werden. Günstig seien auch wegen geringer Interaktionen mit HAART die Wirkstoffe Citalopram, Duloxetin und Venlafaxin auf. "Die erheblich verlängerte Überlebenszeit im AIDS-Stadium von bis zu zehn Jahren und mehr unter HAART führt zu einer Zunahme akuter und chronischer Schmerzsyndrome sowie depressiver Episoden. Die Verbesserung der Situation von HIV-Infizierten mit Schmerzen und depressiven Episoden stellt eine der Herausforderungen in Zukunft für Schmerztherapeuten auch in Deutschland dar", sagte Prof. Husstedt in Berlin. |
Aktueller Bericht zur Situation der Syphilis in Deutschland im Jahr 2007Seit 2004 stabilisieren sich die Meldezahlen der Syphilis bundesweit auf einem Niveau zwischen 3.000 und 3.500 Fällen pro Jahr. Im Jahr 2007 wurden dem Robert Koch-Institut 3.258 Syphilis-Fälle gemeldet. Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin Nr. 33/2008 werden die gemeldeten Fallzahlen ausgewertet. Bundesweit liegt die Syphilis-Inzidenz bei einem Wert von 4,0 Fällen pro 100.000 Einwohner, wobei diese in den einzelnen Bundesländern stark differiert. Der Anteil der Fälle, die vermutlich über sexuelle Kontakte zwischen Männern ( MSM ) übertragen wurden, stieg 2007 mit 79,5% auf einen neuen Höchstwert an. Die Zahl der Syphilis-Meldungen bei Männern stieg im Jahr 2007 auf 2985 Fälle an. Bei den Frauen lag sie im Jahr 2007 mit 267 Fällen auf dem niedrigsten Wert seit Einführung des neuen Meldeverfahrens 2001. Die auf erhöhtem Niveau anhaltende Syphilis-Zirkulation bei Männern, die Sex mit Männern haben, könnte eine wichtige Ursache für die Zunahme von HIV -Neudiagnosen in den letzten Jahren sein. |
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Menschen
mit HIV und AIDS von Armut betroffen
Bonn Menschen mit HIV und AIDS sind besonders nachhaltig von Armut betroffen. Da sie sich oft in jungem Alter infizieren, können sie keine finanziellen Rücklagen bilden oder ausreichende Rentenansprüche erwerben. Die Veränderungen in der Sozialgesetzgebung, speziell der Wegfall von Einmalhilfen, sowie die unzureichende Gewährung von Mehrbedarfen tragen ebenfalls dazu bei, dass sich die materielle Situation Betroffener, die von Transferleistungen leben, weiter verschlechtert hat. So müssen sich weiterhin zahlreiche Menschen mit HIV/AIDS in Notlagen an die Deutsche AIDS-Stiftung wenden. Aufgrund ihrer Erkrankung müssen Betroffene dauerhaft einen finanziellen Mehraufwand für Ernährung, Hygiene und Präventionsmaßnahmen erbringen. Im Rahmen von Hartz IV und Sozialhilfe haben HIV-positive Menschen die Möglichkeit, Mehrbedarfe geltend zu machen. Die Gewährung oder Nichtgewährung dieser Zuschläge haben einen ganz erheblichen Einfluss auf das regelmäßige Einkommen der HIV-infizierten oder aidskranken Menschen. „Wir müssen leider feststellen, dass die Bewilligungspraxis bei Mehrbedarfen nicht bedarfsgerecht und noch dazu in den Bundesländern nicht einheitlich ist. Dieser Bereich ist deshalb so wichtig, weil er entscheidenden Einfluss auf die laufende finanzielle Situation der Menschen hat. Es kann nicht sein, dass die Gewährung dieser Zuschläge vom Wohnort abhängig ist“, sagte Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung, anlässlich der Jahrespressekonferenz der Stiftung in Bonn. Der Jahresbericht 2007, der in diesem Jahr erstmals in neuer Form und mit mehr Zahlenmaterial versehen herausgebracht wird, informiert über die Schwerpunkte der Stiftungsarbeit, über Hilfsleistungen und Spendenerlöse im Jahr 2007. Der Bericht enthält auch die Zusammenfassung eines Gutachtens des Sozialwissenschaftlers Prof. Jürgen Wasem über den seit Jahren überproportional hohen Anteil der von der Privaten Krankenversicherung publizierten neu erfassten HIV-Infektionen bei ihren Vollversicherten an den vom Robert-Koch-Institut gemeldeten HIV-Erstdiagnosen (rd. 30 Prozent bei einem Marktanteil von nur 10 Prozent). „Der Wasem-Bericht und die seit einigen Jahren deutlich ansteigenden Neuinfektionszahlen sollten Grund genug sein, sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen. Die Deutsche AIDS-Stiftung wird deshalb neben ihrer gezielten Unterstützung von drei Projekten in Afrika auch in Zukunft zwei Drittel ihrer Mittel für Hilfsmaßnahmen im eigenen Land einsetzen. Wichtig dabei ist, dass das Spendenaufkommen stabil bleibt. Im letzten Jahr ist das vor allem dank der großen Benefizveranstaltungen wie der Operngalas gelungen“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen AIDS-Stiftung, Dr. Christoph Uleer. Im Jahr 2007 verbuchte die Deutsche AIDS-Stiftung Einnahmen in Höhe von insgesamt rd. 3.387.000 € (rd. 3.448.000 €). Darin waren Spenden und ähnliche Zuwendungen in Höhe von rd. 2.458.000 € (rd. 2.625.000 €) sowie Zins- und Kapitalerträge in Höhe von rd. 929.000 € (823.000 €) enthalten. Bei den Hilfen in Deutschland setzte die Stiftung besondere Schwerpunkte in den Bereichen Betreutes Wohnen, Qualifizierungs- und Versorgungsprojekte sowie Krankenreisen. Bei der Förderung internationaler Projekte konzentrierte sich die Stiftung auf wenige professionelle Partner in Südafrika, Mosambik und Namibia. |
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Anti-HIV-Gel
Test erfolglos gestoppt
WHO und UNAIDS: Mikrobizid erweist sich als gefährlich. Genf - Klinische Tests eines so genannten Mikrobizids, das Frauen vor einer HIV-Infektion hätte schützen sollen, sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO http://www.who.int und der United Nations AIDS (UNAIDS) http://www.unaids.org nun in Afrika und Indien gestoppt worden. Das Medikament erwies sich im Vergleich zu einem Placebo als nicht wirksam. Die beiden Hilfsorganisationen erklärten, dass es nicht klar sei, warum das viel versprechende Mikrobizid, das aus Meeresalgen gewonnen wird, nicht funktionierte. Mehr als 1.300 Frauen in Südafrika, Uganda, Benin und Indien hatten an dem Test, der von der non-profit-Organisation CONRAD http://www.conrad.org gesponsert wurde, teilgenommen. Eine zweite Studie in Nigeria musste ebenfalls abgebrochen werden. Die Experten sind über den Ausgang der Untersuchungen sehr enttäuscht, da Zellulose-Sulfat als einer der vier Wirkstoffe sehr zuversichtlich schien, schreibt UNAIDS in seiner Aussendung. Der Abbruch der Phase-3 Tests war allerdings erforderlich, das die Zahl der Infektionen bei jenen Frauen, die das Gel angewendet hatten, höher war, als bei jenen die nur ein Placebo nahmen. Seitens der WHO reagierte man mit großer Enttäuschung. "Genaue Ursachen für das Scheitern des Tests sind bis dato nicht bekannt", so ein WHO-Sprecher. Ein offizieller Bericht werde frühestens im März erwartet. Derzeit sind aber weitere drei Phase-3 Studien von Mikrobiziden im Gang. Die so genannte Carraguard Studie, die vom Population Council an drei verschiedenen Orten in Südafrika durchgeführt wird, soll Ende des Jahres erste Ergebnisse liefern. Ein anderes Produkt mit dem Namen PRO-2000 wird derzeit in Südafrika, Tansania und Uganda sowie in Malawi, Sambia und Zimbabwe klinisch getestet. Alle Produkte sollen einer HIV Infektion vorbeugen und arbeiten nach demselben Prinzip. Mikrobizide sind chemische Substanzen, die Mikroben abtöten und zur Eindämmung sexuell übertragbarer Erkrankungen führen sollten. Die Substanzen werden in Form von Gels appliziert. Dabei sollen vor allem auch Frauen die Möglichkeit bekommen, sich gegen eine eventuelle HIV-Ansteckung zu schützen. Vor allem in ärmeren Ländern, in denen die HIV-Rate hoch ist, Männer aus Überzeugung keine Kondome verwenden und Frauen häufig Opfer von Vergewaltigungen sind, könnte ein solches wirksames Medikament helfen. Leitende HIV-Campaigner wie Bill Gates sehen in einem wirksamen Schutz der Frauen einen Lösungsansatz die Epidemie einzudämmen Nature: Anti-HIV gels may give bigger benefit to men http://www.nature.com/news/2008/080707/full/news.2008.937.html |
HIV / AIDS -Halbjahresbericht des Robert Koch-Instituts für das 2. Halbjahr 2007Weiter ansteigend: HIV-Neudiagnosen im Jahr 2007 Die Zahl der
HIV-Neudiagnosen ist im Jahr 2007 weiter gestiegen: dem Robert
Koch-Institut wurden für das gesamte zurückliegende Jahr insgesamt
2.752 neu diagnostizierte HIV-Infektionen übermittelt. Gegenüber dem
Jahr 2006 (2.643 Neudiagnosen) ist dies eine Zunahme um 4 %. |
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Erfolg
der Aidsprävention in Deutschland
Kondomabsatz und Kondomnutzung so hoch wie nie zuvor. Es sind Teilgruppen der sexuell aktiven Bevölkerung, die sich nicht hinreichend vor HIV/Aids schützen. Die aktuellen epidemiologischen Daten des Robert Koch-Instituts zu HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen in Deutschland zeigen, dass die HIV-Neudiagnosen von 2006 auf 2007 um 4 Prozent zugenommen haben (von 2.643 auf 2.752). Die HIV-Neudiagnosen bei Frauen sind gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent deutlich gesunken, bei Männern sind die Neudiagnosen um 8 Prozent gestiegen. Dabei ist der Anstieg bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), überproportional. Bei intravenös Drogengebrauchenden sowie Migrantinnen und Migranten gingen die HIV-Diagnosen zurück. Aus Sicht der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind mehrere
Faktoren für den Anstieg der HIV-Neudiagnosen verantwortlich: Hinzu kommt, dass das zwischen 2000 bis 2004 zu beobachtende rückläufige Schutzverhalten bei den Teilgruppen mit potentiell riskanten Verhaltensweisen zu einem erhöhten Infektionsrisiko geführt hat. Das
Bundesministerium für Gesundheit hat ab 2007 die finanziellen Mittel für
die Aidsprävention in Deutschland jährlich um 3 Mio. Euro erhöht. Außerdem
stehen durch die finanzielle Unterstützung durch den Verband der Privaten
Krankenversicherung e.V. seit 2005 zusätzliche Mittel von jährlich 3,4
Mio. Euro für die Aidsprävention zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund
hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammen mit der
Deutschen AIDS-Hilfe die Präventionsmaßnahmen in den letzten Jahren
deutlich verstärkt. Als ein Erfolg dieser intensiven Aids-Aufklärung ist
der seit 2004/2005 zu beobachtende Anstieg des Schutzes durch
Kondomnutzung zu bewerten, der sich auch im Jahr 2007 weiter fortsetzt.
Dies zeigen die Daten der repräsentativen Wiederholungsbefragung „Aids
im öffentlichen Bewusstsein der Bundesrepublik Deutschland“, die die
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung seit 1987 jährlich durchführt.
Auch in der Gruppe mit dem höchsten Zuwachs an HIV-Neudiagnosen, den Männern, die Sex mit Männern haben, finden sich insgesamt keine Hinweise auf ein Nachlassen des Schutzverhaltens. Die Inanspruchnahme des HIV-Testes ist in dieser Gruppe besonders hoch. Dies ist das Ergebnis der Wiederholungsbefragung „Wie leben schwule Männer heute“, die im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom Wissenschaftszentrum Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Rolf Rosenbrock durchgeführt wurde. Während also einerseits die HIV-Neuinfektionen steigen, andererseits das Schutzverhalten auf einem stabilen bzw. sogar steigenden Niveau liegt, muss nach den Gründen für diese Entwicklung gefragt werden. Aus Sicht der BZgA gibt es trotz der Präventionserfolge Teilgruppen der sexuell aktiven Bevölkerung (insbesondere MSM), die sich nicht hinreichend vor HIV schützen. Diese Gruppen werden deshalb vor dem Hintergrund der zusätzlichen Gefährdungsfaktoren wie zunehmende andere sexuell übertragbare Krankheiten oder die steigende Zahl HIV-positiver Menschen zukünftig noch intensiver mit gezielten Präventionsangeboten angesprochen. Hierfür sind auch neue Formen der Kooperation mit dem ärztlichen Sektor und qualitätsgesicherte, schwellenarm erreichbare Beratung, Diagnose und Therapie sexuell übertragbarer Krankheiten insgesamt erforderlich. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Deutsche AIDS-Hilfe stellen sich den neuen Herausforderungen durch stetige Optimierung und Erweiterung ihrer Präventionsangebote. Der Kurzbericht zun download: „Aids im öffentlichen Bewusstsein der Bundesrepublik Deutschland“ |
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Katastrophe
für die Prävention?
Seit Ende November 2007 ist es «amtlich», nämlich von der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen (EKAF) beschlossen, seit Ende Januar 2008 öffentlich bekannt: Unter einer funktionierenden antiretroviralen Therapie übertragen HIV-infizierte Menschen das Virus auf sexuellem Weg nicht. Die Schweiz nimmt mit dieser Verlautbarung weltweit eine Pionierrolle ein. Die EKAF und die beteiligten Organisationen (BAG, AHS, HIV-Spezialisten) haben sich sehr bemüht, nicht den Eindruck zu erwecken, dass sich durch dieses Faktum in der Prävention viel ändern wird. Aber vor allem im Ausland wurden Stimmen laut, die negative Auswirkungen eines schweizerischen Alleingangs auf die Prävention befürchten. Nüchtern betrachtet handelt es sich vor allem um eine gute Nachricht für alle Menschen, die unter einer funktionierenden antiretroviralen Therapie in einer festen, serodifferenten Beziehung leben. In einer solchen Partnerschaft ist es nun möglich, nach Information und Beratung auf weitere Schutzmassnahmen beim Sex zu verzichten. Für HIV-Positive mit funktionierender Therapie empfehlen wir zwar weiterhin Safer Sex für anonyme und Gelegenheitskontakte, weil Safer Sex das Risiko, sich mit einer anderen sexuell übertragbaren Infektion anzustecken, deutlich reduziert. Aber Betroffene müssen nun nicht mehr befürchten, für ihre Sexualpartner eine Gefahr darzustellen. Für HIV-negative oder ungetestete Menschen ändert sich gar nichts: Ist eine feste Beziehung beabsichtigt, sind 3 Monate konsequenter Schutz und gegenseitige Treue vor einem gemeinsamen Test weiterhin die Regel. Und bei anonymen oder Gelegenheitskontakten trägt jeder und jede die Verantwortung für die eigene Gesundheit. Die neue Frage nach funktionierender Therapie macht im Darkraum ebenso wenig Sinn wie die alte Frage, ob der/die andere HIV-negativ sei. Martin Dannecker: Neue Dimension des Serosortinge? Prof. Martin Dannecker erwartet, dass es – obwohl es paradox klingen mag – in der Schwulenszene dazu kommen wird, dass ein behandelter HIV-Infizierter für diejenigen Männer, die Schwierigkeiten mit dem Gebrauch des Präservativs haben, zu einem begehrenswerten Partner werden könnter. Gerade weil man mit ihm ohne größere Bedenken ungeschützten Sex haben kann. Diese neue Form des Serosorting gäbe HIV-Positiven eine neue Bedeutung, haben sich doch bisher die Negativen mehr oder weniger offen von Positiven sexuell distanziert. Offen bleibt dabei allerdings die Frage, wie bisher HIV-negative Männer bei mehr oder weniger anonymen sexuellen Kontakten die Glaubwürdigkeit der Mitteilung «ich bin unter Therapie» beurteilen wollen. ART als «Magic Bullett »der HIV-Prävention? Wenn Menschen unter funktionierender Therapie nicht infektiös sind, sollte man dann nicht HIV-Infizierte früher behandeln? In den nächsten Monaten wird sicher die Diskussion über «Therapie aus präventiven Gründen» zu führen sein. Dabei ist zu beachten, dass für die Finanzierung einer präventiven Therapie über das KVG andere Artikel und Vorschriften relevant sind als bei einer Verschreibung von ART aus therapeutischer Indikation. Eine Vorverlegung des Therapiezeitpunkts aus präventiven Gründen bedarf einer soliden Evidenzbasis, die auch die Kosten-Nutzen-Frage klärt. Erst dann kann das Prozedere in Angriff genommen werden, diese Form der antiretroviralen Therapie auf die Liste der präventiven Maßnahmen im Sinne des Kranken- und Unfallversicherungsgesetzes (KVG) setzen zu lassen. Im Zentrum aller Überlegungen muss aber weiterhin der Patient / die Patientin stehen: Er/sie muss bereit sein, sich auf eine antiretrovirale Behandlung einzulassen und sie auch jahrelang durchzuhalten. Abgebrochene Therapien schaden sowohl den Betroffenen als auch der Volksgesundheit: Resistente Virenstämme sind individuell schwerer zu behandeln und sollen sich vor allem nicht verbreiten. Wer sich heute mit einem resistenten Virus ansteckt, hat eine schlechtere Prognose, trotz eindrücklichen Fortschritten bei den zur Verfügung stehenden antiretroviralen Medikamenten. Diese Überlegungen sind auch das wichtigste Argument gegen Zwangstherapien: Nur Patienten/innen, die bereit für die Therapie sind, werden sie auch durchhalten! e
Serosorting: Sexualpartner werden nach ihrem
HIV-Status ausgewählt. Bisher wurde meist darunter verstanden: Menschen
kennen ihren eigenen Serostatus (HIVpositiv oder HIV-negativ), suchen
Partner/innen mit dem gleichen Serostatus und gehen ausschließlich mit
Menschen desselben Serostatus sexuelle Beziehungen ein mit der Absicht,
beim ungeschützten Sex das Risiko einer Übertragung zu reduzieren (vgl.
Swiss Aids News 3, Juni 2007, S. 8–9). Leitung des nationalen HIV/Aids-Programmes, Bundesamt für Gesundheit, Bern Swiss Aids News 1 |
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HIV-Behandlung
reduziert das Übertragungsrisiko nicht
Frankfurt - HIV-infizierte Patienten können den Aids-Erreger auch dann übertragen, wenn sie erfolgreich gegen die Erkrankung behandelt werden. «Selbst wenn die Anzahl der Viruspartikel im Blut durch die Behandlung gering ist, können höhere Werte in anderen Körperflüssigkeiten auftreten», warnt Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Denn dort könnten HIV-Medikamente in geringerer Dosis vorliegen als im Blut. Entsprechend höher könne etwa in Sperma oder Vaginalflüssigkeit oder auf den Schleimhäuten im Genital- und Rektalbereich die Viruskonzentration sein. Erst kürzlich hatten Wissenschaftler festgestellt, dass sich im Sperma Bruchstücke eines Eiweißes befinden, die die HI-Viren effektiv darin unterstützen, andere Zellen zu infizieren. Daher kann schon eine kleine Erregeranzahl für eine Übertragung auf den HIV-negativen Partner ausreichen. Die Virusmenge des HIV-Patienten stellt bei ungeschützten Sexualkontakten zudem nur einen von mehreren Einflussfaktoren dar. Ob sich ein HIV-negativer Geschlechtspartner infiziere, hänge darüber hinaus von dessen Empfänglichkeit ab, erklärt der Mediziner. So seien Menschen mit genitalem Herpes, Syphilis oder Gonorrhö stärker gefährdet, sich bei einem HIV-Positiven anzustecken, denn das HI-Virus könne sich zusammen mit anderen Erregern leichter vermehren und bei Verletzungen von Haut- und Schleimhaut leichter eindringen. Zusätzliche sexuell übertragbare Erkrankungen erhöhten jedoch nicht nur das Risiko für eine Ansteckung, sondern auch für eine Übertragung. Deshalb gehe von Menschen mit HIV, die auch mit Herpes oder Syphilis infiziert seien, ein höheres Übertragungsrisiko aus. «HIV-Patienten sollten deshalb in diesen Fällen beim Sex ganz besonders vorsichtig sein, damit der Partner nicht mit infizierten Körperflüssigkeiten in Kontakt kommt», rät der Infektiologe. Geschwürartige Veränderungen der Haut- oder Schleimhaut im Genitalbereich sollten immer Anlass zu einem Arztbesuch geben, damit sie richtig diagnostiziert und konsequent behandelt werden könnten. |
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HIV-Infektion
durch ungeschützten Oralsex?
Der HI-Virus soll auch über die Mund- und Rachenschleimhaut übertragen werden können. Wissenschaftler schließen nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten nun die Möglichkeit einer Übertragung des Erregers beim ungeschützten Oralverkehr nicht mehr aus. Eine mögliche Eintrittspforte könnten die Mandeln sein. Bislang waren Mediziner nicht dieser Ansicht. Doch nun hat ein US-amerikanisches Wissenschaftlerteam bei einem Vergleich des Gewebes der Mandeln mit dem des Zahnfleisches festgestellt, dass Mandeln Eiweiße besitzen, an die das HI-Virus vorzugsweise andockt. Damit kann sich der Erreger an der Oberfläche der Mandeln anhaften und so in den Körper eindringen. Darüber hinaus mangelt es den Mandeln an Eiweißen, die in der Lage sind, Viren abzuwehren. Im Gegensatz zum Gewebe der Mandeln hat das HI-Virus wenige Möglichkeiten, über das Zahnfleisch einzudringen. Außerdem verfügt das Zahnfleisch nicht nur über antiviral wirkende Eiweiße, sondern auch über Keratin, das das Gewebe verdickt und vor Eindringlingen schützt. Yahoo News |
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Vor
25 Jahren: Erste Aids-Fälle in Deutschland
Behandlungskonzepte aus Frankfurt. Frankfurt - Vor 25 Jahren wurden in Deutschland die ersten Aids-Fälle beschrieben. Seither hat sich viel verändert: Eine HIV-Infektion ist zwar noch immer nicht heilbar, Aids aber gut behandelbar. „Mit den heutigen Medikamenten ist es möglich, den Patienten ein fast normales Leben zu ermöglichen“, sagt Christoph Josef Stephan, Arzt in der Frankfurter Aids-Ambulanz, einer bundesweit angesehenen Einrichtung, die Entscheidendes zur Aids-Forschung beigetragen hat. Unter anderem wurden dort 1982 die ersten Fälle dieser damals noch unbekannten Krankheit als solche erkannt, beschrieben und im November veröffentlicht. Die Statistiken des Berliner Robert-Koch-Instituts weisen für das Jahr 1982 vier Aids-Patienten aus, einer in München, einer in Berlin und zwei in Frankfurt. Die heute 71 Jahre alte Infektions-Expertin Prof. Eilke Brigitte Helm erinnert sich noch gut an die beiden knapp 40 Jahre alten Männer, die in jenem Sommer im Frankfurter Universitätsklinikum behandelt wurden. Der eine litt unter schwerem Durchfall und einer Lungenentzündung, der andere hatte ohne ersichtlichen Grund extrem hohes Fieber. Die Kollegen waren ratlos - nicht aber die Infektiologen. „Wir haben darauf gewartet. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch bei uns die ersten Patienten auftauchen“, erinnert sich Helm. Die damals 46 Jahre alte Oberärztin und ihr damaliger Chef, der inzwischen verstorbene Prof. Wolfgang Stille, kannten die Berichte aus den USA über einen neuartigen rätselhaften Immundefekt mit dem Namen „Aquired Immune Deficiency Syndrome“, kurz Aids. „Als ich diese Patienten sah, wusste ich: Das ist Aids“, erinnert sich Helm. Im November 1982 pubilizierten die Frankfurter Infektiologen die Krankengeschichte zweier Patienten in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift. „Das war die erste Verlaufsbeobachtung dieser neuen Krankheit in Deutschland“, behauptet Helm. 1983, als Luc Montagnier in Frankreich und Robert Gallo in den USA das für die Krankheit verantwortliche Virus identifizierten, lief am Frankfurter Universitätsklinikum eine große Studie an, die der Klinik Geld einbrachte, mit dem die Aids-Ambulanz aufgebaut und Assistenzarztstellen geschaffen werden konnten. Helm berichtet von Jahren harter Arbeit: „Tagsüber haben wir Patienten behandelt, nachts an den Studien gearbeitet und zwischendurch Anträge geschrieben für Fördermittel.“ Dabei konnte man den Kranken ja zunächst kaum helfen. Bevor Ende der 80er Jahre die ersten Medikamente auf den Markt kamen, konnten die Ärzte nur die Begleiterkrankungen behandeln und damit das Sterben um einige Monate hinauszögern. „Früher haben wir hier nur schwer kranke, sterbende Patienten gesehen“, berichtet Pflegedienstleiterin Michaela Bracone. „Heute sind die Patienten berufstätig.“ Heute lebt ein HIV-Patient nach dem Ausbruch der Krankheit durchschnittlich zehn Jahre. Für jeden von ihnen wird die heute übliche Kombinationstherapie aus verschiedenen Medikamenten individuell maßgeschneidert, erklärt Dr. Stephan. Auch zu diesem Fortschritt hat Frankfurt Entscheidendes beigetragen: „Wir haben zwar keine Medikamente erfunden, aber wir haben die Behandlungskonzepte dafür entwickelt“, sagt Helm. Einer der Pioniere in diesem Bereich ist Prof. Schlomo Staszewski, Leiter des Aids-Schwerpunktes des Uniklinikums und Inhaber des ersten deutschen Aids-Lehrstuhls. Nach einem schweren Autounfall ist er derzeit außer Dienst. 1.500 Patienten betreut die Ambulanz derzeit, knapp 300 neue Patienten kommen jährlich dazu. Noch reichen die Kapazitäten der Ambulanz aus, sagen die Mitarbeiter. Aber die Zahl der Neuinfektionen steigt und damit könnte es in Zukunft vielleicht auch in der Ambulanz eng werden, befürchtet der Arzt. In der Infektionsstation, in der die schwer kranken Patienten behandelt werden, könne es hingegen schon vorkommen, dass alle 18 Betten belegt seien. „Die finanzielle Ausstattung ist unzureichend, sagt Prof. Helm, „wir müssen immer noch um Geld kämpfen. Offenbach-Post |
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HIV-Impfstudien
werden schwieriger
Trotz Negativstudie: Am Konzept der Lebendimpfung wird festgehalten. Berlin - Bei der Impfung gegen HIV setzen Virologen trotz Misserfolgen in einer großen Studie weiterhin auf lebende Viren, die HIV-Bestandteile in den Körper transportieren. Die meisten erwarten aber, dass klinische Studien jetzt schwieriger werden. "Wenn wir einen effektiven Impfstoff wollen, müssen wir die Variabilität des HI-Virus nachstellen", sagte Professor Reinhard Kurth vom Robert Koch-Institut zur "Ärzte Zeitung". Weil die Wissenschaftler aber Retroviren wie HIV aus Sicherheitsgründen nicht einsetzen könnten, müssen sie auf andere Viren ausweichen. Ein Hoffnungsträger war bisher das Adenovirus 5 (Ad-5). Ein Konstrukt aus Ad-5 und der DNA von drei HIV-Proteinen lieferte aber in einer vor wenigen Tagen beendeten Studie des US-Unternehmens Merck keinen Impfschutz. Tatsächlich waren die Infektionszahlen in der Impfkohorte sogar höher. Trotzdem sollte die Ad-5-Strategie nach Kurths Auffassung weiter verfolgt werden. Er plädierte trotz des Misserfolgs dafür, eine mit einem anderen Ad-5-basierten Impfstoff für 2007 geplante Großstudie des US-National Institute for Allergies and Infectious Diseases mit 9.000 Teilnehmern in kleinerem Umfang zu starten. Noch liegt sie auf Eis. Außer Ad-5 sind für Kurth aber auch noch andere Viren als Träger von HIV-DNA denkbar: "Herpesviren zum Beispiel sind noch nicht ausreichend untersucht worden." Der Vorteil: Es ist klar, dass Menschen diese Viren vertragen. Auch Foamy- und Kuhpockenviren sind vielversprechende Kandidaten für Impfstoffe. Trotzdem: Die Enttäuschung über die fehlgeschlagene Studie kann kaum ein HIV-Forscher verbergen: "Klinische Studien in Afrika werden jetzt sehr viel schwieriger", sagte Professor Ralf Wagner von der Uni Regensburg. Es sei zu erwarten, dass noch viel stärker als bisher zunächst die Sicherheit des Impfstoffs nachgewiesen werden müsse. Auch Wagner berichtete von einer Studie, die wegen der jüngsten Probleme nun erst einmal verschoben wurde. Ärzte-Zeitung vom 14. November 2007 |
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3000
neue Aids-Kranke pro Monat
Nach offiziellen Angaben stiegen zwischen Januar 2006 und Juni 2007 die Anzahl der Personen die sich mit dem HIV-Virus infiziert haben, monatlich um 3.000 Personen. Das "Chinese Center for Disease Control and Prevention" veröffentlichte nun die aktuellen Zahlen der Aids-Erkrankungen in China. Demnach waren Ende September etwa 220.000 Menschen aus 31 Provinzen und Gemeinden gemeldet, die am Aids-Virus HIV erkrankt waren. Allein in diesem Jahr wurden dem "Chinese Center for Disease Control and Prevention" 32.235 neu HIV / AIDS Fälle gemeldet worden. Mehr als 3.000 Menschen sind in diesem Jahr bereits an AIDS gestorben. Die Provinzen Henan, Guangxi, Yunnan, Anhui und Hubei haben die höchste Anzahl von AIDS Patienten. Auf sie entfallen nahezu 83 Prozent der AIDS-Patienten in China. Die häufigsten AIDS-Fälle werden wiederum in den Provinzen Yunnan, Henan, Guangxi, Guangdong und Xinjiang verbucht, auf die landesweit 76 Prozent entfallen. Der stellvertretender Direktor des "Chinese Center for Disease Control and Prevention" "Wang Ning", äußerte sich besorgt über den Anstieg der Zahl von AIDS Fällen die durch Geschlechtsverkehr übertragen wurden. Nach seiner Auskunft entfielen 2006, 30 Prozent der Fälle in denen der HIV-Virus übertragen wird, auf den Geschlechtsverkehr verschiedener Geschlechter und 3,1 Prozent auf den Geschlechtsverkehr gleichgeschlechtlicher Sexualpartner. Für das Jahr 2007, so "Wang Ning" weiter, sei der Anteil der Übertragung bei unterschiedlichen Geschlechtspartnern jedoch bereits auf 37,9 Prozent angestiegen. Einen Rückgang konnte nach dem "Chinese Center for Disease Control and Prevention" nur bei den Risikogruppen wie Drogenkonsumenten und Prostituierten festgestellt werden. Quellen: http://Chinadaily.com.cn |
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Müssen
HIV-Positive zukünftig ihre Therapie selbst bezahlen?
Von Bernd Vielhaber Gesundheitsministerium plant Verschärfung des Verschuldensprinzips in der gesetzlichen Krankenversicherung. Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit, hat der Bundestag mit dem Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz - GKV-WSG), Anfang dieses Jahres das Verschuldensprinzips in die gesetzliche Krankenversicherung eingeführt. Die "Gesundheitsreform 2007" eröffnet nunmehr den Krankenkassen die Möglichkeit, die Krankheitskosten auf die Patienten abzuwälzen. Seit dem 1. April 2007 gilt: "§
52 Leistungsbeschränkung bei Selbstverschulden (2) Haben sich Versicherte eine Krankheit durch eine medizinisch nicht indizierte Maßnahme wie zum Beispiel eine ästhetische Operation, eine Tätowierung oder ein Piercing zugezogen, hat die Krankenkasse die Versicherten in angemessener Höhe an den Kosten zu beteiligen und das Krankengeld für die Dauer dieser Behandlung ganz oder teilweise zu versagen oder zurückzufordern."[1] Nur am Rande: Ebenfalls mit dem GKV-WSG hat der Bundestag - zum Entsetzen aller Fachleute und gegen deren ausdrücklichen Rat - "therapiegerechtes Verhalten" in das SGB V geschrieben[2] und nicht therapiegerechtes Verhalten mit dem Versagen der erniedrigten Zuzahlung bei chronisch Kranken sanktioniert. "Die [für die erniedrigte Zuzahlungsbefreiung bzw. Zuzahlungsbefreiung notwendige] jährliche Bescheinigung darf nur ausgestellt werden, wenn der Arzt ein therapiegerechtes Verhalten des Versicherten, beispielsweise durch Teilnahme an einem strukturierten Behandlungsprogramm nach § 137f, feststellt; dies gilt nicht für Versicherte, denen das Erfüllen der Voraussetzungen nach Satz 7 nicht zumutbar ist, insbesondere wegen des Vorliegens von Pflegebedürftigkeit der Pflegestufen II und III nach dem Elften Buch oder bei einem Grad der Behinderung von mindestens 60. Das Nähere regelt der Gemeinsame Bundesausschuss in seinen Richtlinien. Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihre Versicherten zu Beginn eines Kalenderjahres auf die für sie in diesem Kalenderjahr maßgeblichen Untersuchungen nach § 25 Abs. 1 und 2 hinzuweisen." Der Gemeinsame Bundesausschuss quält sich derzeit mit der Definition des therapiegerechten Verhaltens. Leider waren weder Sozialverbände noch Deutsche AIDS-Hilfe in der Lage, die Einführung des Verschuldensprinzips und des therapiegerechten Verhaltens in die gesetzliche Krankenversicherung zu verhindern. Allerdings müssen sie sich aus Sicht der Redaktion vorwerfen lassen, dass ihr Widerstand gegen diesen Gesetzentwurf nicht sehr öffentlich war. Nun hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt einen in ihrem Hause entstehenden Gesetzentwurf öffentlich gemacht, eine erhebliche (!) und in keinster Weise hinzunehmende Ausweitung der bestehenden Gesetzeslage bedeutet. Frecherweise hat sie die Änderungen des SGB V in dem Entwurf eines Gesetzes zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung (PfWG-E) versteckt, wo sie eigentlich überhaupt nichts zu suchen haben. Das sieht dann doch sehr nach absichtlicher Verschleierung und bewusster Irreführung der Bevölkerung aus. Verfolgt man die derzeit sehr aufgeregt geführte Diskussion über die Verlängerung der Zahlung von ALG I für ältere Arbeitslose, muss man schlicht konstatieren, dass die sozialen und finanziellen Auswirkungen der von Frau Schmidt angestrebten Verschärfungen des SGB V, ungleich einschneidender sind und eine erheblich größere Bevölkerungsgruppe betreffen, als die so emotional und heftig diskutierte Verlängerung der ALG I-Zahlung. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Patienten, die sich "eine selbstverschuldete oder selbst zu verantwortende Krankheit zugezogen haben", für die damit zusammenhängenden Krankheitskosten (also: Diagnostik, Behandlung, Krankengeld) auch selbst zu zahlen haben [3]. Die Formulierung des Referentenentwurfes weitet den Kreis von vorsätzlich - (oder bei einem Verbrechen oder vorsätzlichen Vergehen) zugezogener Krankheit (siehe oben) auf "selbstverschuldete oder selbst zu verantwortende Krankheit" aus. Über die explizit erwähnten ästhetische Operation, eine Tätowierung oder ein Piercing, ließe sich das zum Beispiel auch auf Diabetiker, (teilweise) Organtransplantierte, Raucher, Haushaltsunfälle, Sportunfälle, Verkehrsunfälle, Übergewichtige, sexuell übertragbare Krankheiten und natürlich auch auf HIV-Positive anwenden. Damit würde die Privatisierung gesundheitlicher Risiken noch weiter vorangetrieben. Das der endgültige Abschied von der gesetzlichen Krankenversicherung in ihrer heutigen Form - das Ende des Solidarprinzips. Darüber hinaus erweist sich offensichtlich nun auch noch die Umsetzung des derzeit geltenden Verschuldensprinzips in der Praxis als schwierig, da die Krankenkassen bislang nicht nachweisen können, dass eine "selbstverschuldete Krankheit" vorliegt. Deshalb sollen nun die Ärzte zum Handlanger der Krankenkassen gemacht werden. In diesem Zuge sollen behandelnde Ärzte dazu verpflichtet werden, Informationen über Patienten bzw. deren selbstverschuldete oder selbst zu verantwortende Krankheiten an die Krankenkassen zu melden, die darauf hin entscheiden (können), ob und wenn ja in welchem Umfang der betreffende Patient zur Kasse gebeten wird. In den § 294 a SGB V wird dazu ein Absatz 2 eingefügt, der lauten soll: "Liegen Anhaltpunkte dafür vor, dass Versicherte sich eine Krankheit vorsätzlich oder bei einem von ihnen begangenen Verbrechen oder vorsätzlichen Vergehen oder durch eine medizinische nicht indizierte Maßnahme, wie zum Beispiel eine ästhetische Operation, eine Tätowierung oder ein Piercing zugezogen haben (§ 52), sind an der vertragsärztlich teilnehmenden Ärzte und Krankenhäuser verpflichtet, den Krankenkassen die erforderlichen Daten mitzuteilen." [4] Es ist absolut inakzeptabel, dass die ärztliche Schweigepflicht ausgehöhlt werden soll. Damit wird das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient nachhaltig beeinträchtigt. Die ärztliche Meldepflicht für so genannte selbstverschuldete Krankheiten muss verhindert werden. Kommentar Wie
soll man so etwas kommentieren? Es kommentiert sich eigentlich selbst. Quellen: |
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AIDS-Medikament
für Afrika nimmt letzte Zulassungshürde
Toronto, Kanada - Kanadas Bundespatentkommissar erteilte heute eine verbindliche Lizenz für ApoTriavir unter Kanadas Programm für den Zugang zu Arzneimittelbehandlungen (Access to Medicines Regime Program, CAMR), die Apotex erlaubt, mit der Herstellung des Produkts fortzufahren. Dieses Medikament, ein dreifach kombiniertes AIDS-Therapeutikum, war das erste Produkt, das die kanadische Gesundheitsbehörde Health Canada unter den CAMR-Bestimmungen zugelassen hat. ApoTriavir wurde im August 2006 von Health Canada freigegeben und erhielt die vorläufige Zulassung von der Weltgesundheitsorganisation. Das CAMR-Programm zielt darauf ab, Entwicklungsländern ohne oder mit nur geringen pharmazeutischen Produktionskapazitäten im Kampf gegen HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria und anderen Krankheiten beizustehen. Ruanda war das erste afrikanische Land, das ApoTriavir unter diesem etablierten Verfahren angefordert hat und die heutige Lizenz ebnet uns den Weg, um der Regierung von Ruanda ein Qualitätsmedikament zu einem erschwinglichen Preis zu liefern. Die Verzögerung zwischen der Zulassung durch Health Canada und der Erteilung der verbindlichen Lizenz veranschaulicht die Probleme, die der gegenwärtigen Form dieses Verfahrens innewohnen. Es ist unnötig kompliziert und die Interessen derer, die der Behandlung bedürfen, sind nicht ausreichend vertreten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das Verfahren freiwillig und unterliegt der Kontrolle der Pharmaunternehmen, welche die Patente für Arzneien wie Apo-Triavir besitzen. In diesem Fall waren Glaxo Smith Kline (GSK), Shire und Boehringer Ingelheim die Patentinhaber und alle drei Unternehmen machten die freiwillige Erteilung der Lizenz von zahlreichen Bedingungen abhängig. Am Ende stellten sich GSK und Shire zwar nicht gegen den Antrag, entschieden sich aber, keine freiwillige Lizenz zu erteilen, weshalb Apotex die Windungen des CAMR durchlaufen musste. Auch Boehringer Ingelheim war nicht bereit, eine Lizenz freiwillig zu erteilen. Dieses Verfahren zur Einholung einer Herstellungslizenz für ein Produkt muss mit jedem neuen Land, das einen Antrag stellt, aufs Neue begonnen werden. Es gibt keine Sicherheit, dass die Patentinhaber nicht wieder versuchen werden, das Verfahren und die zukünftige Versorgung von Entwicklungsländern mit lebensnotwendigen Medikamenten zu verzögern. "Wir tun dies, ohne einen Gewinn zu erwirtschaften und hoffen, dass dieses lebensrettende Medikament zu den Tausenden von Patienten gelangt, die jeden Monat in Afrika sterben; die kanadische Bundesregierung muss das Verfahren ändern, damit erschwingliche Qualitätsmedikamente diejenigen erreichen, die derzeit keinen Zugang haben", sagte Jack Kay, Präsident und COO von Apotex. Apotex ist das größte Pharmaunternehmen Kanadas, das 300 Medikamente in 115 Länder exportiert. Es plant, während der nächsten 10 Jahre 2 Milliarden kanadische Dollar in Forschung und Entwicklung zu investieren. Apotex Inc. |
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Nevirapin
ist langfristig gegen HIV effektiv
Therapie mit nicht-nukleosidischem Hemmer der Reversen Transkriptase muss relativ selten umgestellt werden. Frankfurt am Main - Der nicht-nukleosidische Reverse Transkriptasehemmer (NNRTI) Nevirapin ist eine gute Langzeit-Therapie-Option bei noch nicht behandelten Patienten. Das gilt auch für Patienten, deren HIV-Therapie umgestellt oder vereinfacht werden soll. Immer mehr kontrollierte Studien und Kohortenanalysen belegen, dass die beiden NNRTI Nevirapin (Viramune®) und Efavirenz ähnlich gut HIV unterdrücken. Außerdem haben diese NNRTI bei virologischer Wirksamkeit und Verträglichkeit im Mittel einen leichten Vorteil im Vergleich zu Proteasehemmern (PI). Darauf hat Professor Matthias Stoll aus Hannover bei einer Aids-Konferenz in Frankfurt am Main hingewiesen. Eine NNRTI-basierte Erst-Therapie mit Nevirapin kann Stoll zufolge eine gute Langzeit-Therapieoption sein. So ergab eine Kohortenanalyse an der Medizinischen Hochschule in Hannover, dass eine Erst-Therapie mit Nevirapin (127 Patienten) seltener umgestellt werden musste als eine Efavirenz- (71 Patienten) oder PI-basierte (144 Patienten) Therapie: Nach einem Jahr erhielten 56 Prozent, nach zwei Jahren 32 Prozent und nach drei Jahren 27 Prozent der Patienten unverändert Nevirapin in Kombination mit zwei Nukleosid-Analoga. Bei einer Efavirenz-haltigen Therapie lagen die Zahlen bei 34 sowie 13 und 8 Prozent, bei einer Proteasehemmer-Therapie betrugen sie 23 sowie 13 und 6 Prozent. Bei den Patienten, die in den ersten drei Jahren ihre Therapie aus Nevirapin und zwei Nukleosid-Analoga nicht veränderten, betrug die mittlere Therapie-Dauer für die Erst-Therapie und für Folgetherapien mit Nevirapin jeweils 4,5 Jahre, berichtete Stoll auf einer Veranstaltung des Unternehmens Boehringer Ingelheim. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen von Nevirapin seien Hautausschlag und Leberwerterhöhung vor allem in den ersten sechs Wochen der Therapie, die in Studien bei elf Prozent der Patienten zu einem Abbruch der Therapie führte. |
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Rückschlag
für Aids-Impfstofftest
Ein großer, vielversprechender Aids- Impfstofftest in Südafrika ist vorerst gestoppt worden. Das Präparat MRKAd5 galt bislang als einer der aussichtreichsten Impfstoffkandidaten gegen Aids. Parallelversuche in den USA und Australien hatten jedoch Hinweise darauf gegeben, dass der von der US-Firma Merck & Co. entwickelte Impfstoffkandidat nicht gegen HIV- Infektionen schützt. «Es war ein sehr schlechter Tag für uns. Diese Neuigkeiten machen uns schrecklich mutlos», sagte die Chefwissenschaftlerin des Impfstofftests in Südafrika, Glenda Gray vom Chris Baragwanath Hospital in Soweto, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Etwa 700 Menschen waren an dem Versuch (HVTN 503) mit dem Codenamen Phambili beteiligt, der an fünf Orten in Südafrika um Februar 2007 gestartet war. Der Impfstoff sollte gegen den Viren- Subtyp C schützen, der in Afrika verbreitet ist. Vorangegangene Versuche hatten zunächst einige Erfolge dieses Präparats gegen den Viren-Subtyp B gezeigt. Nun hatten Zwischenergebnisse von Tests in Regionen mit dem Subtyp B, wie den USA und Australien, jedoch ergeben, dass der Stoff MRKAd5 wahrscheinlich nicht vor HIV schützt. Es werde etwa einen Monat dauern, bis aufgrund der neuen Datenlage entschieden werden könne, ob der südafrikanische Test weitergeführt werde, sagte Gray. Erste Ergebnisse des südafrikanischen Tests hatten laut Gray eine gute Reaktion des Immunsystems gezeigt, doch es scheine nun so, als ob dies nicht unbedingt zur Abwehr der Aidsviren führe. Der südafrikanische Test, eine Phase II-Studie, war einer der am weitesten fortgeschrittenen Impfstoffversuche auf dem Gebiet in Afrika. In Südafrika sind 5,4 Millionen Menschen mit Aidsvirus infiziert - das ist jeder neunte. 20min.ch |
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Schwangerschaft
verlangsamt HIV-Progression
Nashville – Gute Nachrichten für HIV-positive Frauen mit Kinderwunsch. Nach den Ergebnissen einer Kohortenstudie im Journal of Infectious Diseases (JID 2007; 196: 1044-1052) hat eine Schwangerschaft keine nachteiligen Auswirkungen auf die Progression einer HIV-Infektion. Es war sogar eine protektive Wirkung erkennbar. Vor Einführung der hoch aktiven antiretroviralen Therapie (HAART) galt eine Schwangerschaft bei HIV-Infizierten als geradezu unmoralisch. Das Risiko einer Mutter/Kind HIV-Übertragung wurde auf 25 Prozent geschätzt und die Prognose der Infektion machte es äußert unwahrscheinlich, dass die Mutter ihr Kind bis zu dessen Erwachsenenalter begleiten würde. Die offizielle Empfehlung lautete damals den Kinderwunsch zu verschieben, ohne dass die Verantwortlichen an die Realität dieses Ratschlags geglaubt hätten. Inzwischen ist – dank HAART und einer postnatalen Therapie des Neugeborenen – das Risiko einer Mutter/Kind HIV-Übertragung fast auf Null gesunken. Nur die Gefahr, dass die Schwangerschaft zu einer gefährlichen Progression der HIV-Infektion bei der Schwangeren selbst führen könnte, stand noch im Raum. Nach den Ergebnissen, welche die Arbeitsgruppe um Timothy Sterling von der Vanderbilt Universität in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee vorlegt, dürfte das Risiko gering sein. Die Mediziner haben die Daten von 759 Frauen ausgewertet, die zwischen 1997 und 2004 an einem Behandlungszentrum der Stadt betreut wurden. 139 Frauen wurden schwanger. Bei elf dieser Frauen ist es bisher zu einer Progression der HIV-Infektion zur Immunschwäche Aids gekommen. Die Rate von 8 Prozent war damit deutlich niedriger als bei den 540 Frauen ohne Schwangerschaft, von denen 149 (24 Prozent) dass Vollbild Aids entwickelten. Allerdings muss man bei Beobachtungsstudien in der Bewertung vorsichtig sein. Es ist denkbar, dass zufällige Faktoren, etwa eine höhere Viruslast, Frauen eher von einer Schwangerschaft abhalten könnte. Tatsächlich waren die Patientinnen mit Schwangerschaft jünger, sie hatten höhere CD-4-Werte, hatten eine bessere medizinische Versorgung, wurden häufiger mit HAART behandelt und sie waren therapieadhärenter. Sterling hat deshalb in einer weiteren Analyse zwei Gruppen von jeweils 81 HIV-Patientinnen mit und ohne Schwangerschaft gegenübergestellt, die sich in möglichst vielen Eigenschaften glichen. Auch hier war ein deutlicher protektiver Effekt der Schwangerschaften feststellbar (Hazard Ratio auf eine Progression 0,10, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,01-0,89), der auch in einer Multivariat-Analyse weitgehend Bestand hatte (Hazard Ratio 0,44; 0,19-1,00). Der Effekt verstärkte sich mit der Zahl der Schwangerschaften. Für die Editorialistin Kathryn Anastos vom Albert Einstein College of Medicine in New York sind diese Daten geeignet, auch Frauen aus ressourcenarmen Bevölkerungsschichten zu beruhigen, in denen die Versorgung der HIV-Infektion nicht immer optimal ist, in denen aber Schwangerschaften häufiger auftreten (JID 2007; 196: 971-973).Deutsches Ärzteblatt |
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Bei
HIV geht es wieder in Richtung Frühtherapie
Bei frühem Therapiestart ist die Prognose besser / Therapien sind heute besser verträglich / Bei Resistenzen gibt es mehr Optionen als früher. Köln - Wann ist der optimale Zeitpunkt, eine HIV-Therapie zu beginnen? Das ist nach wie vor eine der zentralen Fragen bei der Behandlung von HIV-Patienten. Zurzeit gilt für den Start einer Therapie ein Wert von 350 CD4-Zellen pro Mikroliter Blut als Schwelle. Liegt der Wert darüber, wird meist abgewartet. Noch bis etwa Ende der 90er Jahre galt, so früh und so intensiv wie möglich ("hit hart and early") zu behandeln - manchmal sogar unabhängig vom Immunstatus. Danach etablierte sich wegen der Langzeitnebenwirkungen, der Gefahr von Resistenzen und auch, weil HIV nach wie vor nicht eradiziert werden kann, ein späterer Beginn. Nun schlägt das Pendel wieder zurück in Richtung früher Therapiestart. Darüber haben Experten auf der Tagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-infizierter e. V. (DAGNÄ) in Köln diskutiert. Noch gilt: Therapiestart erst bei
weniger als 200 CD4-Zellen "Immer mehr Kohortenstudien geben jedoch Anlass, den optimalen Zeitpunkt für den Beginn einer HIV-Therapie erneut zu überdenken", betonte Privatdozent Jan van Lunzen vom Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg. Erste Argumente für einen früheren Therapiebeginn lieferte die SMART*-Studie, in der etwa 5500 HIV-Infizierte mit mehr als 350 CD4-Zellen pro Mikroliter entweder kontinuierlich oder mit Unterbrechungen und erneutem Therapiebeginn bei 200 bis 350 Zellen behandelt wurden (wir berichteten). Die Studie wurde vorzeitig beendet, weil in der Gruppe mit Therapiepausen nicht nur Aids-definierende Erkrankungen wie Pneumocystis-Pneumonie, sondern überraschend auch Nicht-Aids-definierende Erkrankungen wie Herzinfarkte sowie Leber- und Nierenerkrankungen und unerwünschte Wirkungen der HIV-Medikamente signifikant häufiger auftraten. Bei frühem Start der Therapie ist
die Prognose besser Zudem sind nach Angaben von van Lunzen heutige HIV-Therapien besser verträglich. Bei Resistenzen gibt es inzwischen mehr Therapie-Optionen. Somit sind diese Gründe für einen verzögerten Beginn nicht mehr gegeben. Ein wichtiges Argument, früher zu behandeln, sei auch, dass so das Übertragungsrisiko verringert werden könne, sagte van Lunzen. Und: Durch die Immunaktivität wird das Altern beschleunigt. Dem könnte durch früheren Beginn entgegen gesteuert werden. Für Dr. Hans Jäger aus München ist dagegen die Zeit noch nicht reif, den Beginn der HIV-Therapie nach vorne zu verschieben, denn "die Daten reichen nicht, um eine Änderung der Leitlinien zu begründen". Das Nutzen-Risiko-Profil eines früheren Therapiebeginns wird erst die geplante randomisierte START-Studie mit fast 4000 Patienten klären können: Die HIV-Therapie wird bei mehr als 450 CD4-Zellen pro Mikroliter begonnen oder erst dann, wenn die Zellzahl auf 275 bis 325 gesunken ist. Nach fünf Jahren werden die Raten der schweren Aids- und nicht Aids-assoziierten Symptome in beiden Gruppen verglichen. Auch die Kosten sind für Jäger ein Grund, dass ein früherer Therapiestart problematisch sein könnte. Konsequenz sei, "dass in den Industriestaaten bereits bei 500 CD4-Zellen pro Mikroliter, in ressourcenschwachen Ländern aber erst sehr viel später behandelt wird". Fazit: Hinweise aus mehreren Studien sprechen dafür, dass bei HIV-Infizierten wieder, wie früher üblich, bei einem noch besser intakten Immunsystem mit der Therapie angefangen werden sollte. Denn dann ist die Prognose besser. Moderne Therapien sind auch besser verträglich als frühere. Manchen HIV-Therapeuten reichen die Hinweise allerdings nicht aus, die Leitlinien in Richtung Frühtherapie zu ändern. Sie plädieren dafür, erst die Ergebnisse einer großen Vergleichsstudie abzuwarten. *SMART:
The Strategies for Management of Antiretroviral Therapy-Study |
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Der
letzte Atemzug einer Immunzelle
Radikale Sauerstoffverbindungen als wichtige Regulatoren der Immunantwort. Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) gelang der Nachweis, dass Mitochondrien, die Energielieferanten der Zellen, auch Signale aussenden können, die zum Absterben von Immunzellen und somit zum Ausschalten einer Immunantwort führen. Die Heidelberger Forscher zeigten im Rahmen ihres von der Wilhelm Sander Stiftung geförderten Projekts, dass ein bestimmtes HIV-Protein aus mit dem AIDS Virus infizierten Zellen diese Signale verstärkt und damit Immunzellen für das Absterben sensitiviert. Dr. Karsten Gülow und sein Team in der Abteilung von Prof. Dr. Peter H. Krammer im Deutschen Krebsforschungszentrum untersuchten die Regulation der Immunantwort. Dabei konnten die Wissenschaftler erstmals nachweisen, dass die Mitochondrien nicht nur für die Energieversorgung der Zelle zuständig sind: In Immunzellen, den Lymphozyten, senden die kleinen Zellorganellen auch oxidative Signale in Form von radikalen Sauerstoffverbindungen aus. Diese oxidativen Signale lösen in den T-Lymphozyten des Immunsystems ein Selbstmordprogramm, die Apoptose, aus, das zum Absterben der Immunzellen und somit zur Beendigung der Immunantwort führt. Mitochondrien sind also nicht nur die Energielieferanten der Zelle, sondern auch Signalgeber für oxidative Signale. Im Verlauf einer Infektion mit dem Aids-Virus HIV kommt es zu einem dramatischen Absterben einer speziellen Art von Immunzellen, den CD4 Helfer-T-Zellen. Diese Zellen sind für eine funktionierende Immunantwort erforderlich. Sterben sie ab und fehlen, so bricht das Immunsystem zusammen, und es kommt u.a. zu schweren Infektionen. Der Mechanismus des Absterbens einiger Zellen bei AIDS ist noch nicht aufgeklärt. Die Heidelberger Wissenschaftler wiesen nun nach, dass das Tat-Protein des HI-Virus ebenfalls solche oben beschriebenen oxidativen Signale auslöst und somit Zellen für die Apoptose sensitivieren kann. Dieser Mechanismus ist vermutlich einer der Gründe für das Absterben und den massiven Verlust an CD4 Helfer-T-Zellen, der bei einer HIV-Infektion auftritt. Die Ergebnisse der DKFZ-Forscher erlauben somit einen tieferen Einblick in die Regulationsmechanismen einer Immunantwort. So könnte es durch ein gezieltes Eingreifen in dieses oxidative Signalnetzwerk möglich sein, gewollte Immunreaktionen (z.B. bei der Krebsabwehr) zu induzieren, ungewollte dagegen (z.B. bei Entzündungen oder auch bei Transplantat-Abstoßungen) zu unterdrücken. Die gezielte Unterdrückung der oxidativen Signale ist möglicherweise auch ein hoffnungsvoller Ansatz bei der Behandlung von HIV-Erkrankungen und könnte das Absterben der CD4 Helfer-T-Zellen verhindern. Deutsches Krebsforschungszentrum |
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Warnung
vor Präparaten aus rotem fermentierten Reis
Am 9. August hat die FDA einen Warnbrief an Ärzte und Konsumenten herausgegeben, in dem vor dem Einsatz einer Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln, die roten fermentierten Reis bzw. Extrakte daraus enthalten, gewarnt wird. Bei Untersuchungen der FDA hatte sich herausgestellt, dass diese Mittel unerlaubterweise Lovastatin, eine verschreibungspflichtige Substanz, die zur Absenkung der Blutfettwerte eingesetzt wird, enthalten. Es handelt sich hierbei um Produkte der Firmen Nature's Value Inc, Kabco Inc und Sunburst Biorganics die von den jeweiligen Herstellern über das Internet bzw. in einem Fall von Swanson Healthcare Products vertrieben werden. Für die Produkte wurde gezielt mit ihren fettsenkenden Eigenschaften geworben. Leider erwähnte die FDA in ihrem Warnbrief nicht, dass Lovastatin zuerst von einem Pilz isoliert worden ist und in bestimmten Nahrungsmittel natürlicherweise vorkommt. Vor allem in rotem fermentiertem Reis. Roter Reis entsteht, wenn normaler weißer polierter Reis in einem feuchten Milieu in Anwesenheit des Schimmelpilzes Monascus purpureus fermentiert wird. Roter Reis wird in der traditionellen Chinesischen Medizin zur Förderung der Blutzirkulation und der Verdauung eingesetzt. Darüber hinaus ist roter fermentierter Reis in der asiatischen Küche verbreitet und kann in entsprechenden Geschäften gekauft werden. Die ersten Version des Warnbriefes hat für einen gewissen Aufruhe gesorgt, weil er nahe legt, dass illegalerweise Lovastatin den Nahrungsergänzungsmitteln zugefügt worden war. (Etwas, was bei ebenfalls über das Internet vertriebenen Potenzmitteln scheinbar eher die Regel als die Ausnahme zu sein scheint. In angeblich natürlichen, pflanzlichen Potenz fördernden Zubereitungen wurden in den letzten Jahren pharmakologisch wirksame Dosierungen etwa von Sildanafil gefunden.) Lovastatin kann Muskelerkrankungen zu Folge haben, die wiederum zu Nierenversagen führen können. Es wird über die Leber abgebaut und hat ein recht hohes Potential an Medikamentenwechselwirkungen mit im Rahmen der HIV-Behandlung, der Behandlung von Depressionen und von hohen Blutfettwerten eingesetzten Medikamenten sowie Antibiotika. Die fraglichen Zubereitungen werden zwar nicht in Deutschland vertrieben, aber da sie über das Internet erhältlich sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Produkte – ebenso wie roter fermentierter Reis – von Menschen mit HIV/AIDS in Deutschland eingesetzt werden. Die FDA empfiehlt denjenigen Patienten, die solche Zubereitungen einnehmen, sich mit ihren behandelnden Ärzten in Verbindung zu beraten. |
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HIV-Therapie
bringt Helferzellen in die Norm
Immunstatus von Aidskranken langfristig wie bei Gesunden möglich / Risiko opportunistischer Infektionen gesenkt London - HIV-Infizierte können langfristig vor den Aids definierenden opportunistischen Infektionen geschützt werden. Das gelingt durch starke kontinuierliche Unterdrückung der Virusreplikation mit Kombitherapien. Das erhöht auch die Zahl der für die Immunabwehr notwendigen T-Helferzellen. Dieses Resultat einer großen internationalen Kohortenstudie bedeutet: Effektiv antiviral behandelte HIV-Infizierte sind lange vor Aids geschützt, das damit verbundene Sterberisiko wird drastisch gesenkt. Denn das Risiko für opportunistische Infektionen und auch das Sterberisiko steigen, wenn die Zahl der T-Helferzellen erniedrigt ist und fällt. Über die Details der Studie hat Dr. Amanda Mocroft vom Royal Free College in London jetzt in "The Lancet" online berichtet. Das primäre Ziel der antiviralen Therapie ist, die Viruszahl unter 50 Kopien pro Milliliter Blut zu halten. Untersucht wurde bei den 1.835 HIV-Infizierten, wie nach dem Beginn einer antiretroviralen Therapie die Zahl der T-Helferzellen pro Mikroliter Blut gestiegen war, und welche Werte schließlich nach fünf Jahren erreicht wurden. Der mittlere Wert für die Zahl der T-Helferzellen pro Mikroliter Blut lag zu Studienbeginn bei 204. 200 gelten als kritische Grenze für das Risiko, dass HIV-Infizierte gefährliche, Aids definierende opportunistische Infektionen bekommen. Nach Therapiebeginn stieg die Zahl die Zahl der T-Helferzellen rasch: im ersten Jahr um 100 pro Mikroliter Blut. In den weiteren Jahren ging es dann mit einem Zuwachs von 50 Helferzellen pro Jahr weiter. Nach fünf Jahren liegt der mittlere Wert bei 774 T-Helferzellen pro Mikroliter Blut, ein Bereich, den auch gesunde Menschen erreichen. Prophylaktische Antibiotika-Therapien sind dann nicht mehr nötig.Ärzte-Zeitung |
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Hohe
Infektiosität während HIV-Primärinfektion dauert lange an
von Pietro Vernazza Wir haben vermehrt darüber berichtet, dass die Infektiosität während der HIV-Primoinfektion besonders hoch ist. Eine neue Studie aus Malawi zeigt auch, dass die Infektiosität besonders lange dauert. Eigentlich wissen wir es schon längst: Während der HIV-Primoinfektion (PHI) ist nicht nur die Viruslast im Blut sehr hoch, auch die Viruskonzentration im Sperma ist ungewöhnlich hoch. Aus Epidemiologischen Studien wissen wir, dass ein großer Teil aller HIV-Infektionen von Personen mit einer relativ frischen HIV-Infektion stammen. Neue Ergebnisse aus
Malawi Die Quintessenz der Studie ist in der nebenstehenden zusammenfassenden Abbildung einfach dargestellt: Es zeigt sich, dass das Maximum der HIV-Viruskonzentration im Sperma gegenüber dem Blut um ca. 2 Wochen verzögert auftritt. Damit bestätigen sich frühere Vermutungen, dass die HIV-Infektiosität nicht nur während der ganz akuten HIV-Erkrankung besonders hoch ist, sondern dass diese sogar nach der akuten Erkrankung ansteigt. Konsequenzen für die Prävention Quelle: Pilcher et al, AIDS 20. Aug 2007; 21:1723 Infektiologie St. Gallen |
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HIV tötet Gehirnzellen und verhindert Neubildung Protein gp120 spielt in beiden Fällen eine entscheidende Rolle. San Diego - HIV kann im Gehirn zu Lern- und Gedächtnisdefiziten führen. Verantwortlich dafür ist laut Wissenschaftlern der University of California http://www.ucsd.edu ein Doppelschlag, den das Virus gegen das Gehirn ausführt. Es war bereits bekannt, dass ein Protein auf der Oberfläche des Virus erwachsene Gehirnzellen abtöten kann. Die aktuelle Studie zeigt nun, dass zusätzlich die Produktion von neuen Zellen verhindert wird. Verantwortlich dafür ist die Schädigung der Zellen, die potenziell an die Stelle der abgestorbenen treten könnten. Die Forscher hoffen, dass die neuen Forschungsergebnisse an Mäusen helfen werden, neue Behandlungsansätze für die mit HIV in Verbindung stehende Form der Demenz zu entwickeln. Details der Studie wurden in Cell Stem Cell http://www.cellstemcell.com veröffentlicht. Der leitende Wissenschaftler Marcus Kaul erläuterte, dass das Virus das Gehirn doppelt angreift. "Das HIV-Protein verursacht Schädigungen des Gehirns und verhindert gleichzeitig, dass die abgestorbenen Zellen ersetzt werden können." Mit antiretroviralen Medikamenten ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Belastung durch das Virus zu verringern. In der Folge wurde auch die Schwere der Demenzerkrankungen geringer. Je länger HIV-Patienten jedoch leben, desto häufiger erkranken sie laut BBC an Demenz. Teil des Problems ist, dass es für die Medikamente schwierig ist, in das Gehirn zu gelangen. Die Forscher hatten bereits nachgewiesen, dass das Protein gp120 Gehirnzellen töten kann, in dem es die Chemie der Zellen zerstört. Dieses Protein findet sich in der äußeren Hülle des Virus. Jetzt wurde bewiesen, dass gp120 auch die Produktion von neuen Gehirnzellen im Hippokampus verlangsamt. Diese Gehirnregion ist für die Fähigkeit zu Lernen und das Gedächtnis von zentraler Bedeutung. Unter normalen Bedingungen werden die neuen Zellen in die bestehenden Gehirnstrukturen integriert. Sie sollen einen entscheidenden Beitrag für bestimmte Formen des Lernens und des Gedächtnisses leisten. Es hat den Anschein, dass die gleiche chemische Störung, die die Zellen abtötet auch ihren Ersatz verhindert. Laut Kaul könnte für diese Demenzform daher ein neuer Behandlungsansatz darin bestehen, entweder die Reparaturmechanismen zu stärken oder den Reparaturmechanismus zu schützen. http://www.cellstemcell.com/ |
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Sex als häufigster HIV-Überträger Krankheit wandert von Risikogruppen ins Zentrum der Gesellschaft. London - Ungeschützter Geschlechtsverkehr steht in China erstmals auf Platz eins der Rangliste der häufigsten HIV-Übertragungsarten und überholt damit Drogenmissbrauch und Bluttransfusionen. Von den 70.000 Neuinfektionen im Jahr 2005 wurde beinahe die Hälfte durch ungeschützten Sex verursacht. Damit rückt das Aids-Problem erstmals von den Risikogruppen ins Zentrum der Gesellschaft. Nach Schätzungen sind bereits 650.000 Chinesen erkrankt - die Dunkelziffer könnte weit höher liegen. "Bis vor drei Jahren wurde das Problem von Seiten der Regierung überhaupt totgeschwiegen. Aids gab es offiziell nicht", so Agnes Schick-Chen, China-Expertin der Universität Wien. Erst als durch Bluttransfusionen in einzelnen Gebieten des Landes eine sehr hohe Zahl von Neuinfektionen verursacht wurde, kam die Thematik ans Licht der Öffentlichkeit. "Grundsätzlich gibt es in China aber sehr große Unterschiede zwischen den Verhältnissen am Land und in den großen Städten", gibt Schick-Chen zu bedenken. Während die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Gebieten privat organisiert sei, gäbe es in den Städten ein staatliches System samt Krankenversicherung. Die neue Statistik zwingt die chinesische Aids-Prävention, die sich in der Vergangenheit auf Risikogruppen konzentriert hatte, nun die gesamte Gesellschaft anzusprechen. Die chinesische Bevölkerung zeigt sich in Bezug auf das Thema Sex jedoch zu großen Teilen noch immer sehr konservativ. Ungeachtet dessen änderte sich das sexuelle Verhalten der Menschen in den vergangen Jahren. Dies ist einerseits auf den wachsenden Einfluss von außen zurückzuführen - andererseits auf Millionen von meist männlichen Wanderarbeitern in den großen Städten. Studien zeigen, dass in China jeder zehnte sexuell aktive Mann bereits eine Prostituierte aufgesucht hat. In Österreich gab es nach Information der Aids-Hilfe im Jahr 2006 insgesamt 442 Neuinfektionen. Auch hier sind die meisten Infektionen auf ungeschützten Geschlechtsverkehr zurückzuführen - 42 Prozent durch heterosexuelle Kontakte. Intravenöser Drogenkonsum macht 20,5 Prozent aus. Pressetext Austria |
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HIV durch
Oralsex
HIV-Infektion über Mandeln Das Risiko, sich bei ungeschütztem Oralsex mit einem HIV-positiven Menschen mit der Immunschwächekrankheit AIDS zu infizieren, dürfte weitaus größer sein als bisher angenommen. Eine Gruppe amerikanischer Forscher um die Ärztin Sharon Wahl will herausgefunden haben, dass eine Ansteckung mit dem HI-Virus auch über die Mandeln erfolgen kann. Dort seien potenzielle Wirtszellen, an die die HI-Viren andocken und sich so im Körper verbreiten, vermehrt vorhanden. Laut einem Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins „Focus“ hat Wahl in ihrer Studie nicht nur ein höheres Vorkommen von potenziellen Wirtszellen in den Mandeln nachgewiesen, sondern auch eine geringere Anzahl von antiviralen Proteinen. In der Mundschleimhaut und im Zahnfleisch ist die Anzahl solcher Abwehrproteine weitaus größer und eine AIDS-Infektion somit, wie es übliche Aufklärungsbroschüren bisher behaupteten, viel unwahrscheinlicher. Zu den Ergebnissen gelangten die Forscher durch Gentests an Zellen aus verschiedenen Bereichen des Mund- und Rachenraumes. Aufgrund der Ergebnisse sei beim ungeschützten Oralverkehr mit un- oder wenig bekannten Partnern erhöhte Vorsicht geboten. Eine HIV-Infektion über Mund- und Rachenraum betreffe zwar nur einen kleinen Teil der Neuinfektionen, die Gefahr dürfe aber nicht unterschätzt werden. Vorsicht ist aber dennoch geboten, empfehlen die Wissenschaftler. Das Ergebnis ihrer Studie veröffentlichten sie in der Augustausgabe des „American Journal of Pathology“. Krone |
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Ist
die Grenze für den Therapiebeginn noch aktuell?
Der Beginn der HIV-Therapie wird allgemein immer noch bei mäßig vorgeschrittener Immunschwäche(CD4 Zellen unter 350) empfohlen. Doch ist diese Grenze noch gerechtfertigt? Europäische Experten finden: NEIN, aber...
Einige führende Experten auf dem Gebiet der
HIV-Infektion (Andrew Phillips, Brian Gazzard, Nathan Clumeck,
Marcello Losso, Jens Lundgreen) haben im BMJ sehr anschaulicht
verdeutlicht, weshalb wir in Zukunft immer häufiger auch schon bei höheren
CD4 Werten mit einer Therapie beginnen werden.Weshalb
wurde Therapiebeginn verzögert? Therapieziele haben sich
gewandelt Moderne Therapien besser
verträglich Die endgültige Antwort
erfordert noch entsprechende Studien Quelle: Phillips A, et al, BMJ 2007;334;76-78 Infektiologie St. Gallen |
Libyen bestätigt Todesurteil gegen Krankenschwestern
Der Oberste Gerichtshof Libyens hat im Aids-Prozess
das Todesurteil gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen
palästinensischen Arzt bestätigt. Den Angeklagten wird vorgeworfen,
rund 400 libysche Kinder absichtlich mit Aids infiziert zu haben.
Zuvor hatte es geheissen, dass die Familien der Opfer ein
Schmerzensgeld akzeptiert hätten.D
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UNICEF
Bericht 530 000 Kinder infizierten sich 2006 mit HIV
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Schutz vor Genitalinfektionen - das könnte HIV-Therapie bewirken Überraschende Hinweise aus einer deutschen Studie mit homosexuellen Männern. Frankfurt
/ Main - Wie wirkt sich eine Therapie gegen HIV auf die Inzidenz anderer
sexuell übertragbarer Infektionen (STI) aus? Daten aus der KABaSTI-Studie
haben Hinweise darauf gebracht, dass therapierte HIV-Infizierte weniger
gefährdet für STI sein könnten als nicht therapierte. Die
KABaSTI-Studie, eine Befragung, liefert Daten zur Inzidenz und Prävalenz
von STI bei Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben. Besondere
Risikofaktoren waren erwartungsgemäß die Zahl der Geschlechtspartner und
die Häufigkeit ungeschützten Analverkehrs. So war eine neu aufgetretene
STI im Jahr vor der Befragung bei jenen Befragten, die häufiger als fünf
Mal ungeschützten Analverkehr hatten, sieben Mal wahrscheinlicher als bei
jenen, die nicht auf diese Quote kamen. Und jene Männer, die über mehr
als zehn Geschlechtspartner berichteten, hatten ein fünffach erhöhtes
Risiko für eine STI. "Überraschend war für uns der negative
Zusammenhang zwischen STI-Inzidenz und antiretroviraler Therapie bei
HIV-positiven MSM", sagte KABaSTI-Studienleiter Axel Schmidt vom
Wissenschaftszentrum Berlin. Bisher sei häufig die Ansicht vertreten
worden, die antiretrovirale Therapie begünstige das Auftreten von STI,
weil sie ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermittle, so Schmidt beim
3. Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress. Das kann KABaSTI nicht
belegen. Im Gegenteil: "Bei jeder einzelnen bakteriellen STI war die
Inzidenzrate bei HIV-positiven ohne antiretrovirale Therapie höher als
bei jenen mit antiretroviraler Therapie", sagte Schmidt. Dieser
Zusammenhang hielt auch dann, wenn die beiden wichtigsten Störgrößen, nämlich
die Zahl der Partner und die Häufigkeit ungeschützten Analverkehrs,
statistisch berücksichtigt wurden. Wie das zu interpretieren ist, kann
Schmidt allerdings nicht genau beantworten. Den Aids-Forschern gab er die
Frage mit auf den Weg, ob es möglich sei, dass antiretrovirale
Medikamente vielleicht auch einen hemmenden Effekt auf bakterielle
Infektionen haben könnten. Ärzte-Zeitung |
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Weiter Diskussion um Therapiepausen Sicher sind Unterbrechungen der Therapie nur, wenn bei 350 T-Helferzell pro Mikroliter wieder begonnen wird. Frankfurt/Main - Therapiepausen in der antiretroviralen Therapie gelten seit der SMART-Studie als problematisch. Für einige Patienten können sie trotzdem sinnvoll sein - aber nur, wenn sie rechtzeitig wieder beendet werden. "Die SMART-Studie hat gezeigt, dass Therapiepausen tendenziell keine geeignete Strategie für HIV-Infizierte sind", betonte Professor Frank Goebel von der LMU München. In der Untersuchung waren über 5000 HIV-Infizierte entweder mit konventioneller antiretroviraler Therapie behandelt worden oder aber mit einem Schema, bei dem Therapiepausen gemacht wurden, sobald bei den Patienten mehr als 350 CD4-Zellen pro Mikroliter Blut vorlagen. Gestartet wurde die Therapie wieder, wenn die CD4-Zell-Zahl unter 250 Zellen pro Mikroliter sank. Die Ergebnisse waren für die Patienten in der Pausen-Gruppe so ungünstig, dass die Studie vorzeitig abgebrochen wurde. Trotzdem dürfe das Thema Therapiepause nicht einfach vom Tisch gewischt werden, sagte Dr. Hans Jäger aus München. "Wenn wir die Zahlen aus dem Kompetenznetz HIV hochrechnen, dürften im Moment in Deutschland 1500 bis 2000 HIV-Infizierte in einer Therapiepause sein", so der niedergelassene HIV-Experte. In vielen Fällen geschehe das auf ausdrücklichen Patientenwunsch hin. Ärzte brauchen deswegen Strategien, mit Therapiepausen praktisch umzugehen, auch wenn sie die Pausen nicht von sich aus empfehlen. Günstig sei es wahrscheinlich, die Grenzwerte für den erneuten Beginn einer antiretroviralen Therapie nach einer Pause großzügig zu wählen, so Jäger. So hatten Patienten mit Therapiepause in der im Jahr 2006 publizierten BASTA-Studie weniger schwere Ereignisse (HIV-assoziierte Ereignisse und unerwünschte Wirkungen) als bei kontinuierlicher Therapie - ein Widerspruch zur SMART-Studie. Der Grund könnten andere Grenzwerte sein: In der BASTA-Studie wurde erst dann pausiert, wenn die CD4-Zell-Zahl oberhalb von 800 Zellen pro Mikroliter Blut lag, und schon bei weniger als 400 Zellen wurde wieder begonnen. "Es scheint so zu sein, dass Therapiepausen einigermaßen sicher sind, wenn die antiretrovirale Therapie spätestens bei 350 CD4-Zellen pro Mikroliter wieder begonnen wird", so Jägers Faustregel für die Praxis. Wichtig: Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass eine Therapiepause in jedem Fall ihre Infektiosität erhöht. Denn: "Die Viruskonzentration steigt in der Therapiepause immer an." Ärzte-Zeitung |
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Aids-Forscher
warnt vor Verharmlosung der Krankheit
Frankfurt/Main - Der Aids-Forscher Schlomo Staszewski fordert neue Bemühungen im Kampf gegen die weltweit steigende Zahl der HIV-Neuinfektionen. Eine allgemeine Ressourcenknappheit dürfe nicht das Ende öffentlicher Kampagnen bedeuten, sagte Staszewski anlässlich des am Mittwoch in Frankfurt beginnenden Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK). Über 1.500 Mediziner und andere Experten wollen an dem Kongress in Frankfurt teilnehmen. Staszewski leitet das HIVCENTER der Frankfurter Uniklinik und wird dem viertägigen Kongress vorsitzen Die Behandelbarkeit der Immunschwächekrankheit berge die Gefahr, dass der alltägliche Umgang mit dem Infektionsrisiko verharmlost werde und zum Beispiel der Gebrauch von Kondomen nachlasse, erklärte der Aids-Experte. Forscher, Ärzte, Pfleger, Psychologen, aber auch «Wirtschaft und Politik» müssten den Kampf gegen HIV und Aids neu aufnehmen, forderte Staszewski. Alle Beteiligten seien in der Pflicht, Länder mit hohen Infektionsraten in Afrika, Asien, Ost- und Zentraleuropa bei der Bekämpfung der Epidemie zu unterstützen. Thematisch öffne sich der Kongress nach außen hin zu allen gesellschaftlichen Kreisen, sagte Staszewski. In Diskussionsrunden sollen daher auch «tabuisierte Probleme» wie Armut oder Illegalität in Zusammenhang mit HIV und Aids aufgegriffen werden. Yahoo News |
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Aids-Virus
herausgelöst
Vorsichtige Hoffnung auf eine Therapie für Heilung statt Eindämmung des Erregers. Biotechnologischer Durchbruch in HIV-Forschung. Hamburg/Dresden. Deutschen Forschern ist es im Labor erstmals gelungen, die Gene des Aidsvirus aus menschlichen Zellen herauszuschneiden. Dazu haben sie ein spezielles Enzym entwickelt, berichten sie im Journal "Science". "Die infizierte Zelle wird geheilt", erklärt Professor Joachim Hauber vom Hamburger Heinrich Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie. "Wir wurden das Virus in den Zellen wieder los. Das ist ein biotechnologischer Durchbruch." Bisher galt Infektion als unumkehrbar Die Arbeit, an denen auch das Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden beteiligt ist, macht vorsichtige Hoffnung auf eine Aids-Therapie, die nicht nur auf Eindämmung der Viren setzt, sondern auf eine Heilung. Bisher galt eine HIV-Infektion als unumkehrbar. Der Erreger gehört zu den Retroviren, die ihre Erbsubstanz fest in die DNA der infizierten Zellen einfügen. Laut Hauber besteht die vorsichtige Hoffnung, innerhalb von zehn Jahren eine Therapie zu entwickeln. Nächster Schritt sind dreijährige Tierversuche mit Mäusen, danach folgen Patientenstudien. Die Forscher nutzten eine Eigenschaft bestimmter natürlicher Enzyme, der Rekombinasen. Wie eine Schere durchschneiden solche Proteine den DNA-Strang an bestimmten Stellen und setzen ihn neu zusammen. Eine Rekombinase erkennt jeweils eine Abfolge in den DNA-Bausteinen und setzt dort an. Die Erbsubstanz des HI-Virus ist an beiden Enden von zwei gleichen Sequenzen eingegrenzt, die sich auch bei Mutationen kaum verändern. Hier setzen die Wissenschafter ihre molekulare Schere an. Die natürlich vorkommende Rekombinase Cre erkennt eine Gensequenz, die dem HIV-Erbgut ähnlich ist. Um sie für den neuen Zweck anzupassen, musste das Enzym in einer über 120 Rekombinase-Generationen dauernden Evolution verändert werden. So gelang es, aus Cre die verwandte Rekombinase Tre zu "züchten". Diese greift die HIV-Endsequenzen an. "Das ausgeschnittene Erbgut wird dann von der Zelle abgebaut", sagt Hauber. "Der Zelle geht es wieder gut." Sollte die Methode zur Therapie entwickelt werden können, wäre eine Behandlung möglich. Dazu müssten aus dem Blut Stammzellen gewonnen und im Labor vom Virus befreit werden. Die Zellen könnten nach der Rückübertragung für eine Regeneration des Immunsystems sorgen. Obwohl vermutlich nicht alle Viren entfernt werden könnten, wird ein so starker Rückgang der Virenzahl erwartet, so dass die Infektion unter Kontrolle bleibt. Wiener Zeitung |
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Therapie gegen Herpes verringert Zahl der HI-Viren Bobo-Dioulasso - Bei Frauen, die sowohl mit HIV als auch mit Herpesviren (HSV) infiziert sind, verringert offenbar die Therapie gegen die Herpesviren auch die Menge der Aids-Erreger. Den Effekt einer Behandlung mit dem Anti-Herpes-Mittel Valaciclovir auf die HIV-Menge im Plasma und in der Genitalschleimhaut hat eine internationale Ärztegruppe bei 140 Frauen in Bobo-Dioulasso in Burkina Faso untersucht (NEJM 356, 2007, 790). Patientinnen, die drei Monate lang zweimal täglich 500 Milligramm Valaciclovir eingenommen hatten, hatten signifikant weniger Aids-Erreger im Plasma und in der Genitalschleimhaut als zu Beginn der Therapie. So hatte sich etwa die Menge von HIV-1 im Plasma im Mittel um 0,53 Log-Stufen pro Milliliter verringert (um eine Log-Stufe bedeutet: um 90 Prozent). Auch bei asymptomatisch HSV-Infizierten fördern offenbar die Viren die Ausbreitung von HIV in aktivierten CD4-positiven Lymphozyten. Valaciclovir hilft so, den Aids-Erreger zu reduzieren. Ärzte-Zeitung |
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Roche
ruft Viracept zurück!
Roche ruft in Kooperation mit den Gesundheitsbehörden (EMEA und Swissmedic) in Europa und einigen anderen Regionen alle Chargen von Viracept (Nelfinavir) Pulver und Tabletten wegen chemischer Verunreinigungen vom Markt zurück. Die USA, Kanada und Japan sind von diesem Rückruf nicht betroffen. Es war aufgefallen, dass einige Chargen von Viracept 250 mg Tabletten eigenartig riechen. Die chemische Analyse der betroffenen Tabletten zeigte, dass sie aufgrund eines Produktionsfehlers zu hohe Konzentrationen von Methansulfonsäureethylester enthalten. Diese Substanz wird bei der Medikamentenherstellung im technischen Reinigungsprozess verwendet und hat sich im Tierversuch als mutagen gezeigt, kann also Veränderungen am Erbgut (DNA) hervorrufen. Das Risiko beim Menschen kann bislang nicht genau beziffert werden. Es ist derzeit noch nicht klar, wie viele Chargen von Viracept betroffen sind. Der eigenartige Geruch ist bisher bei Viracept in Deutschland anscheinend noch nicht bekannt geworden. Aus Sicherheitsgründen werden ALLE Viracept-Medikamente vom Markt genommen Es wird also in der nächsten Zeit kein Viracept in Apotheken geben. Da es sich um einen sog. Klasse-1-Rückruf handelt, werden auch bereits an Patienten ausgegebene Medikamente zurückgerufen. Roche hat am Abend des 6.6.2007 eine Presseerklärung herausgegeben und wird voraussichtlich am 7.6. oder 8.6. an Ärzte und Apotheker einen Rote-Hand-Brief versenden. Für Patienten heißt
das:
• Presseerklärung
der Europäischen Arzneimittelbehörde: |
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HIV-Neuinfektionen auf Höchststand Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat einen neuen Höchststand von HIV-Erstinfektionen in Deutschland registriert. Für viele Europäer ist Aids nur noch eine Krankheit der Dritten Welt. Frankfurt/Main - Die Zahl der HIV-Erstdiagnosen im vergangenen Jahr ist um vier Prozent auf 2.611 gestiegen - so viel wie noch nie seit Beginn der Erfassung im Jahr 1993. Das Virus löst die Immunschwächekrankheit Aids aus. Besonders gefährdet seien nach wie vor Männer, die mit anderen Männern Sex hatten. Von den nachvollziehbaren Fällen waren 61 Prozent auf homosexuelle Kontakte zurückzuführen, 17 Prozent hatten sich bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr infiziert. Einen Teil des zahlenmäßigen Anstiegs von 81 Prozent in den vergangenen fünf Jahren führten Verantwortliche des RKI auf verbesserte Erfassungsmethoden zurück. Der tatsächliche Anstieg dürfte bei 40 Prozent liegen. Im vergangenen Jahr wurden darüber hinaus insgesamt 620 neue Aidserkrankungen gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl der registrierten Fälle in Deutschland seit Beginn der Epidemie auf insgesamt 24.908. Nach Auffassung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist Aids für viele Europäer nur noch eine Krankheit der Dritten Welt. Nachwachsende Generationen hätten die erfolgreichen Aufklärungskampagnen aus den 90er Jahren nicht mitbekommen. Weniger als 40 Prozent der Bevölkerung stuften Aids noch als gefährliche Krankheit ein. "Wir könnten jetzt verspielen, was wir in den neunziger Jahren erreicht haben", sagte die Direktorin der Zentrale, Elisabeth Pott, der Zeitung. Erstmals nach vielen Jahren würden daher wieder mehr Mittel zur Prävention zur Verfügung gestellt. Download unter: Epidemiologisches Bulletin Sonderausgabe A/2007 HIV-Infektionen/AIDS enthält: Halbjahresbericht II/2006 Stand: 01.03.2007 Entwicklung der HIV-Meldedaten Neu diagnostizierte HIV-Infektionen in Deutschland: Analyse der Entwicklungen und Trends AIDS-Erkrankungen in Deutschland: Zur Entwicklung HIV-Infektionen und AIDS in Deutschland im Einzelnen. Robert-Koch-Institut |
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Resistenztest vor Beginn einer HIV-Therapie sinnvoll Stuttgart - Vor Beginn der Therapie sollten HIV-Infizierte unbedingt einen Resistenztest machen lassen. Denn immer häufiger stecken sich in Deutschland Menschen mit HI-Viren an, die bereites gegen einzelne Medikamente unempfindlich sind. Mit entsprechenden Tests könne verhindert werden, dass gleich zu Beginn die optimale Behandlung verpasst werde, berichtet Mark Oette von der Universität Düsseldorf. Der Wissenschaftler hatte die Resistenzuntersuchungen von mehr als 800 neu entdeckten HIV-Infizierten aus Nordrhein-Westfalen ausgewertet. Bei jeder zehnten neuen Infektion mit dem Aids-Erreger wurden demnach resistente Viren gefunden. Am häufigsten hatten laut Oette das älteste Aids-Medikament AZT sowie Stavudin und Lamivudin ihre Wirkung verloren. Der Forscher vermutet daher, dass sich die Patienten bereits in den 90er Jahren angesteckt haben. Typischerweise vergingen bei HIV-Infektionen viele Jahre, bevor sich eine Immunschwäche bemerkbar mache und die Patienten zum Arzt gingen. Oette befürchtet, dass demnächst auch Erreger übertragen werden, die gegen neuere Medikamente resistent sind. Diese Tendenz zeichne sich in den USA bereits ab. Yahoo News |
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Bei HiV gibt es einen Schutz "danach" Bonn - Auch nach einem Kontakt mit HIV-infiziertem Blut, Sperma oder Vaginalsekret ist noch ein Schutz vor einer Infektion mit dem Aids-Erreger möglich. «Die HI-Viren infizieren zunächst Immunzellen im Bereich der Eintrittstelle», erklärt Peter Walger vom Universitätsklinikum Bonn. Erst nach mehreren Stunden wanderten sie in nahe gelegene Lymphknoten, wo sie sich vermehren und von dort aus ausbreiten könnten. Kurz nach einer Virusübertragung lasse sich daher die Ausbreitung von HIV am ehesten verhindern. Mit Hilfe von Sofortmaßnahmen sowie der kurzzeitigen Einnahme spezieller Medikamente könnten die Betroffenen die Viren am Körpereintritt hindern und ihre Vermehrung blockieren, sagt der Mediziner. Zunächst sollten die betroffenen Hautstellen unmittelbar nach dem Kontakt unter fließendem Wasser gereinigt, mit einem alkoholgetränkten Tupfer abgerieben oder einem alkoholischen Antiseptikum desinfiziert werden. Druck auf das umliegende Gewebe solle bei einer Schnitt- oder Stichverletzung die Blutung anregen und dadurch die Zahl der Viren in der Wunde verringern. Wenn die Augen oder der Mund mit infektiösem Material in Berührung gekommen sind, werden diese laut Walger gründlich mit Wasser ausgespült. Zusätzlich sollten dann für rund vier Wochen verschiedene Medikamente miteinander kombiniert werden, die die Vermehrung des Virus hemmten. Je früher eine medikamentöse Prophylaxe begonnen werde, desto größer seien die Aussichten, eine Infektion zu verhindern, betont Walger: «Sie sollte möglichst innerhalb von zwei Stunden nach dem Kontakt mit infiziertem Material begonnen werden.» Seien bereits mehr als drei Tage vergangen, mache die medikamentöse Vorbeugung dagegen keinen Sinn mehr. Nach notfallmäßigem Beginn einer Prophylaxe durch einen erstversorgenden Arzt, einen Notarzt oder eine Notfallambulanz im Krankenhaus sollten Betroffene eine Spezialambulanz (HIV-Zentrum) oder eine HIV-Schwerpunktpraxis aufsuchen und sich beraten lassen. Diese Schwerpunktpraxen sind üblicherweise in den jeweiligen Städten bekannt und z. B. über die Notfalldienste oder über die örtlichen AIDS-Beratungsstellen zu erfragen. In der Regel verfügen Krankenhäuser über ein Notfalldepot mit Anti-HIV-Medikamenten, um berufsbedingte HIV-Risiken versorgen zu können. Die nicht unerheblichen Kosten einer 4-wöchigen Medikamentenprophylaxe nach privatem Risiko übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bislang nicht. Die Kosten bei beruflichem Risiko übernehmen die gesetzlichen Unfallversicherungen. Internisten im Netz |
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Schwangere
zum HIV-Test
Bislang
wurde bei schwangeren Frauen nur auf expliziten Wunsch ein HIV-Test
durchgeführt. Jetzt soll jeder Schwangeren ein HIV-Test nahe gelegt
werden. Auch bei gewissen Krankheiten soll die Initiative vom Arzt aus
gehen. Es
gebe eine Reihe von Situationen in Bezug auf sexuelles Verhalten und/oder
Symptome und Krankheitsbilder, die Ärzte motivieren soll, von sich aus
den HIV-Test vorzuschlagen, hält das BAG fest. Dabei werden insbesondere
drei Ziele verfolgt. Erstens
sollen Infektionen so schnell wie möglich festgestellt werden. Zweitens
ermöglicht der Hinweis auf ein riskantes Sexualverhalten, früh
einzugreifen und in Beratungsgesprächen auf die Gefahren aufmerksam zu
machen. Und nicht zuletzt sollen die Ärzte dazu angeregt werden, bei
unklaren Symptomen und Krankheitsbildern auch die Möglichkeit einer
HIV-Infektion in Betracht zu ziehen. Laut
dem BAG sollen Ärzte einerseits bei einer Schwangerschaft HIV-Tests
empfehlen und andererseits bei diversen Krankheiten wie Syphilis,
Tuberkulose, Meningitis, Hepatitis B und C oder bei gewissen
Herpes-Erkrankungen. Genau wie beim freiwilligen Test müssten auch hier
die Kriterien der drei C (Consentment, Confidentiality, Counselling) erfüllt
sein, d.h.:
Das heißt, der Test erfolgt nicht ohne Einwilligung des Patienten, die Resultate sind für Dritte nicht zugänglich und mit dem Test einhergehend finden Beratungsgespräche statt. Das von den UN-Gesundheitsorganisationen empfohlene Konzept ist gemäss BAG vor kurzem eingeführt worden. 20minuten |
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Neue Initiative der WHO für HIV-Kranke FRANKFURT/MAIN
(eb). Die WHO
und Abbott Laboratories haben ein Abkommen geschlossen, dass der
US-Pharmahersteller sein HIV/Aids-Mittel Kaletra/Aluvia (Lopinavir/Ritonavir)
den Regierungen von mehr als 40 Ländern mit niedrigerem oder geringem
mittleren Einkommen zu einem reduzierten Preis zur Verfügung stellt. |
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HCV: Keine sexuell übertragbare Krankheit von Pietro Vernazza Noch immer gibt es Empfehlungen, wonach Partner von Hepatitis C infizierten Personen sich mit Kondom vor einer Infektion schützen sollten. Eine neue Studie macht nun deutlich: HCV wird NICHT heterosexuell übertragen. Um es gleich vorweg zu präzisieren. "Heterosexuell" bezieht sich hier auf den vaginalen Sexualkontakt. Eine sexuelle Übertragung von HCV ist beim Analverkehr möglich. Natürlich praktizieren auch heterosexuelle Paare Analverkehr, doch deutlich seltener als in homosexuellen Beziehungen. Ebenfalls bekannt ist, dass während der akuten Phase der Hepatitis C das Risiko einer sexuellen Transmission relevant sein dürfte. Widersprüchliche
Daten Neue
Methoden zur Epidemiologischen Klärung des Problems Drogenkonsum
bleibt der wichtigste Faktor Bei allen untersuchten Faktoren, welche mit einer sexuellen Übertragung assoziiert wären, fand sich kein erhöhtes Risiko (Anzahl früherer Sexualpartner, Anzahl Episoden von Geschlechtskrankheiten, Tätigkeit als "Sex-Worker", etc.). Diese Studie zeigt einmal mehr, und in diesem Fall sehr deutlich, dass eine Person, die mit HCV infiziert ist, nicht angehalten werden muss, mit dem Partner, der Partnerin mit Kondom zu verkehren. Anders verhält es sich, wenn die Person HIV positiv ist oder wenn das Paar Sexualpraktiken pflegt, welche ein höheres Risiko der Blutübertragung haben (Analverkehr, Spiel mit Nadeln etc.). Es ist Zeit, dass die vielen reproduktionsmedizinischen Behandlungszentren, welche heute noch eine Spermaaufbereitung bei HCV-diskordanten Paaren anbieten diesem Anachronismus nun ein Ende setzen. Infektiologie am Kantonsspital |
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Körpereigener
Hemmstoff gegen Aids entdeckt Cambridge/Ulm. Deutsche Forscher haben einen Stoff im Blut entdeckt, der Aidsviren hemmt. Er blockiert die Anlagerung der Viren an die Körperzellen, sodass sie nicht eindringen können. Das Team um Frank Kirchhoff und Jan Münch vom Universitätsklinikum Ulm hat zudem herausgefunden, dass gezielte Veränderungen in dem Stoff namens Virip zu einer noch effektiveren Hemmung der Aidsviren führen. Dies sei ein guter Ansatz für neue Medikamente, schreiben die Forscher im US-Fachjournal „Cell“. „Wir hoffen, noch in diesem Jahr Studien am Menschen zu starten“, sagte Mitautor Wolf-Georg Forssmann, der einen Wirkstoff auf der Grundlage der Entdeckung mitentwickelt hat. Tierversuche zur Zulassung einer Studie am Patienten seien weitgehend abgeschlossen. Die Forscher hatten mehr als eine Million Blutstoffe von Dialysepatienten auf einen möglichen Einfluss auf die Aidsviren geprüft. Sie entdeckten, dass ein Teilstück eines bekannten Blutproteins Aidsviren blockiert und nannten es Virip (Virus Inhibitorisches Peptid). (dpa) |
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Jeder zweite HIV Patient ist herzkrank Studie des Kompetenznetzes. Mannheim - HIV-Infektionen werden zunehmend zur Herausforderung auch für Kardiologen. Derzeit habe bereits jeder zweite HIV-Patient in Deutschland Zeichen einer systolischen und diastolischen Dysfunktion. Das ist das Ergebnis einer Studie des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz. Kardiologen hätten künftig zunehmend mit HIV-Patienten zu tun, prognostizierte Dr. Till Neumann vom Westdeutschen Herzzentrum in Essen beim Kardiologen-Kongress in Mannheim. Dies liege daran, dass Neuinfektionen noch keineswegs gestoppt seien. Andererseits lebten die Patienten aufgrund der guten Therapie lang. Damit werde auch die Häufigkeit HIV-assoziierter Herzkrankheiten steigen. 60 Prozent der HIV-Positiven haben eine Hyperlipidämie Erste Ergebnisse der HIV-HEART-Studie - eine prospektive Multicenterstudie in Deutschland mit bislang 352 Patienten - haben ergeben: Fast 50 Prozent der HIV-positiven Patienten haben eine messbare systolische oder diastolische Dysfunktion ohne Symptome. Jeder fünfte HIV-Patient hat bereits klinische Zeichen der Herzinsuffizienz. Hinzu kommt, dass kardiovaskuläre Risikofaktoren bei diesen Patienten verbreitet sind. So haben nach Neumanns Angaben 61 Prozent der Patienten eine Hyperlipidämie, fast jeder Vierte einen arteriellen Bluthochdruck, sieben Prozent Diabetes mellitus und drei von vier Patienten sind Raucher. Verlängerte HIV-Exposition am Myokard schädigt das Herz Eine Korrelation des Stadiums der HIV-Infektion mit dem Auftreten myokardialer Schädigungen haben Neumann und seine Kollegen im Unterschied zu voran gegangenen Studien nicht festgestellt. Als Ursachen der vermehrten myokardialen Fehlfunktionen nach Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) sehen die Kardiologen: die verlängerte Exposition des HI-Virus am Myokard, Autoimmuneffekte, unerwünschte Wirkungen antiretroviraler Medikamente sowie die klassischen Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. Neumann empfahl eine nicht-invasive Abklärung der kardialen Situation bei HIV-positiven Personen. Dazu gehören etwa Anamnese, Ermittlung von Risikofaktoren, die körperliche Untersuchung, Labor inklusive BNP-Bestimmung, EKG, EKG-Belastungstest sowie die Echokardiografie. Ärzte Zeitung |
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Aids-Erreger werden resistenter Aids in Österreich: Das Erregerspektrum der HIV-Infektionen ändert sich: Mehr und unterschiedlichere Virenstämme verbreiten sich - und sie werden immer gefährlicher! Es gibt mehr Patienten mit Virus-Stämmen, die nicht dem B-Typ entsprechen, der vor allem in Nordamerika und in Europa vorkommt. Erreger werden resistent Die wirksame, aber lang anhaltende Therapie mit antirretroviralen Medikamenten mehrerer Klassen (HAART) bringt aber auch mit der Zeit mehr Resistenzen mit sich. Knapp 18 Prozent von untersuchten Patienten sind gegen eine von drei Arten der Medikamente resistent, fast 13 Prozent gegen zwei und zwölf Prozent gar gegen drei. Das hat eine Studie von Innsbrucker, Grazer und Wiener Wissenschaftern ergeben, die in der neuesten Ausgabe der Wiener Klinischen Wochenschrift veröffentlicht wird. Die Wissenschafter um Barbara Falkensammer vom Hygiene-Institut der Medizinischen Universität Innsbruck und ihre Co-Autoren in Graz und Wien haben Blutplasmaproben von 188 behandelten HIV-Patienten aus Österreich - von Zentren in den drei Städten - untersucht. Die HI-Viren wurden auf ihre Zugehörigkeit zu bestimmten Erregerstämmen und ihre Empfindlichkeit gegenüber den drei hauptsächlichen Aids-Medikamenten-Klassen - nukleosidische Reverse Transkriptase-Inhibitoren/NRTIs, non-nukleosidische Reverse Transkriptase-Inhibitoren/NNRTIs und Protease-Hemmer/PIs - getestet. "Normaler" AIDS-Virus auf dem Rückzug Dominant sind in Österreich weiterhin Aids-Erreger vom Typ B, der jenem entspricht, der in Nordamerika und in Europa üblicherweise vorkommt. Das waren 79,8 Prozent der HI-Viren, die untersucht wurden. In Ostösterreich, im Norden des Bundesgebietes und im Westen sind diese Aids-Erreger dominant. Im Süden Österreichs - so in der Steiermark - wurden aber bei 50 Prozent der Patienten andere Aids-Virus-Stämme registriert. Dies dürfte auf einen vermehrten Zuzug von Menschen afrikanischer Abstammung zurückzuführen sein, stellen die Experten fest. Woher aber Aids-Infizierte kommen, ist irrelevant. Viel relevanter ist die Frage, ob die Patienten noch langfristig mit den vorhandenen Aids-Medikamenten vor einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geschützt werden können. Im Laufe der Zeit bilden sich nämlich bei den HI-Viren von Behandelten leicht Resistenzen aus. „Bei 57 Prozent der Proben fanden sich keine relevanten Resistenzen gegenüber den drei wichtigsten Virusstatika, aber immerhin zwölf Prozent Multiresistenzen gegen alle (drei, Anm.) Medikamentengruppen“, schreiben die Autoren in der Wiener Klinischen Wochenschrift. In Detail: Bei 17,6 Prozent der Patienten wurde eine Resistenz gegen Arzneimittel einer der drei Klassen (NRTIs, NNRTIs oder PIs) entdeckt. Bei 12,8 Prozent waren die Aids-Viren gegen Arzneimittel aus zwei der unterschiedlichen Substanzen der Fall und bei 12,2 Prozent gab es eine Dreifach-Resistenz. Patienten mit anderen als den für die USA und Europa „klassischen“ HIV-1-viren vom B-Stamm zeigten eine Tendenz zu mehr resistenten Erregern. Das könnte für ein besseres Management der österreichischen Patienten sprechen. In Österreich sind bis zum 1. März 2.534 Patienten an Aids erkrankt. Es gab bisher 1.430 Opfer durch die erworbene Immunschwäche. Vienna Online |
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Hepatitis C verläuft bei HIV-Patienten besonders dramatisch Spezialist empfiehlt: Indikation zur Therapie gegen Hepatitis C sollte großzügig gestellt werden / Viele HIV-Infizierte haben Leberentzündung. München - Etwa ein Drittel aller HIV-Infizierten in Europa und Nordamerika hat auch eine chronische Hepatitis C. Da die Lebererkrankung bei den HIV/HCV-Koinfizierten besonders rasch fortschreitet, sollte die Indikation zur Therapie gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV) großzügig gestellt werden. In Deutschland sind etwa 6.000 Menschen sowohl mit HIV als auch mit HCV infiziert. Seit Einführung der gegen HIV sehr erfolgreichen hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) steht die mit einer Lebererkrankung assoziierte Letalität mit einem Anteil von 50 Prozent an der Spitze der Todesursachenstatistik stationär betreuter HIV-Kranker. Daran hat Professor Jürgen Rockstroh vom Universitätsklinikum Bonn auf einem Workshop zur 2. Münchner AIDS-Werkstatt erinnert. Hepatitis C schreitet bei den immungeschwächten HIV-Infizierten deutlich rascher voran als bei HIV-Negativen. So haben 10 bis 15 Jahre nach einer HCV-Infektion bereits 15 bis 25 Prozent aller HIV/HCV-Koinfizierten eine Leberzirrhose, jedoch nur zwei bis sechs Prozent der HIV-Negativen. Je niedriger die T-Helferzellzahl, desto schneller die Progression der Leberentzündung. Deshalb rät Rockstroh zu einer großzügig indizierten Hepatitis-C-Therapie bei HIV-Positiven. Dauerhafte Ansprechraten von über 50 Prozent seien erreichbar. Besonders erfolgversprechend ist die Therapie bei Patienten, die mit oder ohne HAART mehr als 350 CD4-Zellen/µl Blut und eine Plasma-HIV-RNA-Menge von weniger als 50.000 Kopien/ml haben. Bei Patienten mit einer T-Helferzellzahl von weniger als 200/µl sollte diese nach Möglichkeit durch eine optimierte HAART erhöht werden, bevor die Hepatitis-C-Therapie begonnen wird. Mittel der Wahl gegen HCV ist auch bei HIV/HCV-Koinfizierten die Kombination von pegyliertem Interferon-alpha und Ribavirin. Das Virustatikum sollte bei Patienten, die mit den Genotypen 1 und 4 infiziert sind, höher dosiert werden als bei Patienten, die sich mit den Genotypen 2 oder 3 angesteckt haben. Anders als bei nur mit HCV Infizierten ist bei HIV/HCV-Koinfizierten unabhängig vom Genotyp eine 48-wöchige Therapie angezeigt. Ist nach zwölf Therapiewochen die HCV-RNA nicht unter die Nachweisgrenze oder nicht um mindestens zwei Log-Stufen, also auf ein Prozent gesunken, ist die Therapie als erfolglos anzusehen. Aufgrund ungünstiger Interaktionen sollte während der Ribavirin-Therapie auf die antiretroviralen Medikamente Zidovudin, Didanosin und Stavudin nach Möglichkeit verzichtet werden, betonte Rockstroh. Ärzte Zeitung |
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HIV-Therapie braucht Compliance über 90 Prozent Kontrolle der antiviralen Behandlung reicht allein nicht aus / Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Patienten wichtig. München - Menschen mit HIV-Infektion brauchen eine gute Compliance, damit ihre lebenslang nötige antiretrovirale Therapie auf Dauer erfolgreich ist. Eine solche Therapie-Adhärenz erfordert intensive Schulungen und ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten. Selbst wenn verordnete Medikamente im Schnitt zu 90 Prozent korrekt eingenommen werden, ist langfristig bereits bei über 50 Prozent der Patienten mit einem virologischen Versagen der Therapie zu rechnen. Das heißt, die HIV-Menge im Blut steigt dann wieder. Darauf wies Dr. Annette Haberl vom HIV-Center der Uni Frankfurt/Main bei der "2. Münchner AIDS-Werkstatt" hin. Steigt die durchschnittliche Adhärenz dagegen auf über 95 Prozent an, sinkt die Rate virologischen Versagens auf knapp 22 Prozent, so das weitere Ergebnis einer von Haberl zitierten Studie (Ann Intern Med 133, 2000, 21). Um die regelgerechte Medikamenteneinnahme zu sichern, seien Kontrollmaßnahmen nicht ausreichend zuverlässig, so Haberl. So wird etwa bei Tablettenschachteln mit elektronischer Kontrolle zwar die korrekte Entnahme, aber nicht die korrekte Einnahme überwacht. Mit Wirkspiegelbestimmungen lasse sich immer nur ein kurzer Abschnitt der Therapie überblicken. Und ob ein Patient wirklich macht, was er ins Therapietagebuch einträgt, ist bei mangelndem Vertrauen fraglich. Haberl betonte, dass außer einer umfassenden und individuell verständlichen Patientenschulung Therapeuten ein Vertrauensverhältnis zum Patienten aufbauen müssten. Dann könne ein Patient, der mit einer Therapie unzufrieden ist oder schlecht mit ihr zurechtkommt, das umgehend sagen, statt die Therapie selbst zu ändern. Ärzte Zeitung |
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HIV-Positive sollten mit dem Rauchen aufhören Kardivaskuläres Risiko ist durch Infektion und Therapie erhöht / Rauchen scheint zudem Kofaktor bei Analkarzinom zu sein. München - Es ist wichtig HIV-positiven Menschen, eindringlich vom Rauchen abzuraten. Denn einiges spricht dafür, dass ihnen das Rauchen überdurchschnittlich schadet. Sowohl die Infektion als auch die meisten antiretroviralen Therapien können bekanntlich über negative metabolische Effekte das kardiovaskuläre Risiko von HIV-Patienten deutlich erhöhen. Daran hat Dr. Julian Falutz aus Montreal bei der 2. Münchner AIDS-Werkstatt erinnert. Um das erhöhte kardiovaskuläre Risiko zu kompensieren, sollte deshalb bei HIV-Patienten besonders auf einen Herz schützenden Lebensstil geachtet werden. Die Patienten sollten sich möglichst viel bewegen, sich gesund ernähren - und vor allem nicht rauchen. Bislang fruchte aber gerade dieser Appell an die Betroffenen offensichtlich wenig, sagte Falutz. Er stellte dazu Daten von über 23.000 HIV-Patienten aus den USA, Europa und Australien von der DAD-Studie (The Data Collection on Adverse Events of anti-HIV Drugs) vor. 56 Prozent der Studienteilnehmer rauchten. Das waren deutlich mehr als im Durchschnitt der Bevölkerung rauchen. Dabei gibt es noch weitere HIV-spezifische Gründe als die Sorge um das Herz, die dafür sprechen, das Rauchen sein zu lassen. Wie bereits berichtetet, haben speziell Männer, die Sex mit Männern haben und zudem HIV-positiv sind ein stark erhöhtes Risiko, ein Analkarzinom durch Papillomaviren zu entwickeln. Die Inzidenz hierfür liegt bei mehr als 90 pro 100.000 Personen pro Jahr. Auch in diesem Fall scheint Rauchen ein bedeutsamer ätiologischer Kofaktor zu sein. Das hat Professor Herbert Pfister von der Universität Köln in einem weiteren Workshop zur Aids-Werkstatt betont. Ärzte Zeitung |
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HIV-Infizierte vergessen oft ihre Tabletten München - Eine gute Adhärenz - oder Compliance - ist zwingend für einen langfristigen Therapie-Erfolg, auch bei HIV-Infizierten. Vorhersagen lässt sie sich oft nur schwer. Viele Patienten vergessen schlichtweg die regelmäßige Tabletteneinnahme. Als Risikofaktoren für eine schlechte Adhärenz gelten Drogen- und Alkoholmissbrauch, fehlende soziale Unterstützung, niedriges Einkommen, geringe Schulbildung sowie auch weibliches Geschlecht und ein Alter unter 40 Jahren. Daran hat Dr. Annette Haberl von der Universität Frankfurt am Main bei der 2. Münchner AIDS-Werkstatt erinnert. Die Patienten mit der besten Adhärenz seien Schwangere, so Haberl. Fast alle HIV-positiven Frauen mit gewollter Schwangerschaft hätten während dieser Zeit eine praktisch 100-prozentige Adhärenz. Befragt nach den Gründen, warum sie ihre antiretroviralen Medikamente nicht immer korrekt eingenommen haben, kreuzten 52 Prozent der Teilnehmer einer bereits im Jahr 2000 veröffentlichten Studie die Antworten "einfach vergessen" oder "zu beschäftigt" an (JAIDS 23, 2000, 386). Als weitere Begründungen nannten 46 Prozent "auswärtige Aufenthalte", 45 Prozent eine Störung der täglichen Routine und 27 Prozent eine depressive Verstimmung. 20 Prozent wollten eine Therapiepause und weiteren 20 Prozent waren ihre Medikamente ausgegangen. Unerwünschte Wirkungen zu meiden oder vorzubeugen hatte mit einer Nennung von 17 Prozent der Befragten offensichtlich eine eher untergeordnete Bedeutung als Begründung von Adhärenzdefiziten. |
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WHO empfiehlt Beschneidung von Männern Als "zusätzliches Mittel" im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit AIDS empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Beschneidung von Männern. Die wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Entfernung der Vorhaut das heterosexuelle Ansteckungsrisiko deutlich senke, seien inzwischen zwingend, berichteten die WHO und das AIDS-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) am Mittwoch in Genf. Verhindert
Krankheit nicht generell Hälfte
weniger Neu-Infektionen |
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Vermehrt Anal-Karzinom bei homosexuellen HIV-Infizierten München - Onkogene humane Papillomaviren (HPV) sind nicht nur Ursache des Zervixkarzinoms, sondern auch von Analkarzinomen bei Männern und Frauen. Besonders stark vom Anal-Ca betroffen sind HIV-positive homosexuelle Männer. Die Tendenz ist bei ihnen trotz erfolgreicher hochaktiver antiretroviraler Therapie steigend. Aufgrund der Kombination der zwei bedeutendsten Risikofaktoren "häufig wechselnder rezeptiver Analverkehr" und "verminderte Immunkompetenz" sind HIV-positive homosexuelle Männer weit überproportional von dem Krebs betroffen. Darauf hat der Virologe Professor Herbert Pfister aus Köln bei der 2. Münchner Aids-Werkstatt aufmerksam gemacht. Zwischen 1984 und 1995 und damit noch vor Beginn der HAART-Ära (hochaktive antiretrovirale Therapie) wurde in dieser Gruppe eine Inzidenz des Analkarzinoms von 35 pro 100.000 ermittelt. Seit 1996 ist trotz HAART die Häufigkeit der jährlichen Analkarzinom-Neuerkrankung bei HIV-positiven Homosexuellen auf über 90 pro 100.000 gestiegen. Jährliche Vorsorgeuntersuchungen auf anale und penile Dysplasien oder persistierende lokale HPV-Infektionen sollten deshalb bei Homosexuellen und vor allem homosexuellen HIV-positiven Männern genauso selbstverständlich sein wie die regelmäßigen gynäkologischen Untersuchungen auf Vorstufen eines Zervix-Ca, betonte Pfister. Die lokale Anwendung des Immunmodulator Imiquimod sei eine sichere und effektive Therapie bei Karzinom-Vorstufen. Ärzte Zeitung |
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Regierung stockt Mittel für Aids-Bekämpfung auf Berlin - Die Bundesregierung will die Mittel zur nationalen Bekämpfung der Immunschwächekrankheit Aids in diesem Jahr auf 12,2 Millionen Euro aufstocken. Die Erhöhung um ein Drittel im Vergleich zu 2006 ist Teil eines bis zum Jahr 2010 reichenden Aktionsplans, den die Regierung als Unterrichtung (16/4650) vorgelegt hat. Kern deutscher HIV-/Aids-Bekämpfungspolitik seien Aufklärung und Prävention, heißt es darin. Hintergrund ist, dass auch in Deutschland die Infektionszahlen wieder ansteigen. Im vergangenen Jahr haben sich den Angaben zufolge 2.700 Menschen neu mit dem HI-Virus angesteckt, das waren rund 200 mehr als noch 2004. Entwickelt werden sollen Präventionsmaßnahmen verstärkt für in Deutschland lebende Ausländer. Erarbeitet haben den Aktionsplan die Bundesministerien für Gesundheit, für Entwicklung sowie für Bildung und Forschung. Während der EU-Ratspräsidentschaft will Deutschland einen gesundheitspolitischen Akzent mit der Bekämpfung der Immunschwächekrankheit setzen. Ein Schwerpunkt der europäischen Zusammenarbeit solle in Osteuropa liegen, heißt es. Dort sei die Zahl der Neuinfektionen besonders hoch. Wie aus der Unterrichtung weiter hervorgeht, waren 2006 weltweit 39,5 Millionen Menschen mit HIV infiziert, 4,3 Millionen Menschen steckten sich neu an. Seit Beginn der Epidemie seien mehr als 25 Millionen Menschen an der Krankheit gestorben, 2,6 Millionen Erwachsene und 380.000 Kinder allein im vergangenen Jahr. Fast 15 Millionen Kinder seien durch Aids zu Waisen oder Halbwaisen geworden. Die Bundesregierung will international ihr Aids-Bekämpfungspolitik vor allem an der wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Situation von Frauen heute im bundesta |
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Mehr Geld für AIDS-Impfstoffforschung Deutsche AIDS-Stiftung fordert deutsche Finanzmittel für AIDS-Impfstoffforschung. Bonn - Bremen - Neben der Verstärkung der Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen sowie der Verbesserung des Zugangs zu medizinischen Therapien ist die Entwicklung eines Impfstoffes im Kampf gegen die globale AIDS-Epidemie von besonderer Bedeutung. Auch andere Virusepidemien wie Pocken oder Kinderlähmung konnten erst durch einen Impfstoff kontrolliert und schließlich ausgerottet werden. Die Deutsche AIDS-Stiftung fordert daher die Bundesregierung auf, neben der humanitären auch die wissenschaftliche Herausforderung der HIV-Pandemie anzunehmen und sich verstärkt für eine Beschleunigung, Intensivierung und Internationalisierung der AIDS-Impfstoffforschung einzusetzen. "Die Deutsche AIDS-Stiftung appelliert an die Bundesregierung, speziell an Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan, sich für die Bereitstellung von Finanzmitteln sowohl für die AIDS-Grundlagenforschung als auch für die anwendungsorientierte AIDS-Impfstoffforschung einzusetzen", unterstrich Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung, zum Abschluss der EU-Konferenz "Verantwortung und Partnerschaft - gemeinsam gegen HIV/AIDS" vom 12. bis 13. März in Bremen. Er begrüßte das von Bundeskanzlerin Angela Merkel und von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt angekündigte Vorhaben, die Forschungsanstrengungen der EU-Länder für einen AIDS-Impfstoff besser zu koordinieren. Gleichzeitig müsse sich Deutschland als eine der führenden Volkswirtschaften Europas auch stärker finanziell engagieren; dies sollte Netzwerke zur Produktentwicklung wie die International AIDS Vaccine Initiative (IAVI) einschließen. Obwohl AIDS die größte medizinische Krise seit dem 14. Jahrhundert ausgelöst hat, werden weniger als ein Prozent aller Mittel für gesundheits- und arzneimittelbedingte Forschung für AIDS-Impfstoffe ausgegeben. Den größten Anteil an den Gesamtausgaben für die AIDS-Impfstoffforschung haben mit 88 Prozent die öffentlichen Mittel. Der Anteil der USA an den weltweiten öffentlichen Investitionen lag im Jahr 2004 bei 92 Prozent, die öffentlichen Investitionen aus Europa, inklusive der EU-Leistungen, lagen dagegen nur bei 6 Prozent. Pro Kopf der Bevölkerung gaben die USA und Irland 2004 zwischen 1,50 und 2 US-Dollar für die AIDS-Impfstoffforschung aus, Deutschland zwischen 0,01 und 0,10 US-Dollar. Die International AIDS Vaccine Initiative (IAVI), mit der die Stiftung seit dem Jahr 2000 kooperiert, ging 2005 von einem jährlichen Bedarf für die weltweite AIDS-Impfstoffforschung von 1,15 bis 1,2 Milliarden US-Dollar aus, 760 Millionen US-Dollar standen 2005 dagegen nur zur Verfügung. Deutsche AIDS-Stiftung |
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Mehr als 700 Neuinfektionen täglich in Osteuropa EU-Konferenz "Partnerschaft und Verantwortung" 12. /13. März in Bremen / Aktionsbündnis gegen AIDS fordert: Kompetenz von Menschen mit HIV nutzen! Tübingen/Bremen - In keinem anderen Teil der Erde sind so viele HIV-Neuinfektionen zu verzeichnen wie in Osteuropa. In den vergangenen zwei Jahren gab es laut UNAIDS einen rapiden Anstieg von 70%. Hauptinfektionsweg ist der intravenöse Drogengebrauch mit kontaminierten Spritzen. Doch nach wie vor wird in vielen Ländern, insbesondere in Osteuropa, die Ausgabe von sterilem Spritzenbesteck, Zugang zu Beratung und Kondomen für Prostituierte und Gefängnisinsassen durch Verbote unterbunden. Nur 13% der Aids-Patient/innen in Osteuropa erhalten die lebenswichtige antiretrovirale Behandlung. Für die Ausweitung der Aids-Behandlung, für Programme zur Tuberkulosetherapie und zur Methadonsubstitution fehlt bislang der nötige politische Wille. "Dies ist eine alarmierende Situation, die sofortige politische Maßnahmen erfordert", so Rainer Seybold, Geschäftsführer des Aktionsbündnisses gegen AIDS. "Wir erwarten ein Umdenken von der russischen und anderen osteuropäischen Regierungen. Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen, die intravenös Drogen gebrauchen, und von sexuellen Minderheiten sollten der Vergangenheit angehören. Effektive HIV-Prävention kann erreicht werden, wenn Regierungsstellen zusammen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen die Kompetenz von HIV-Positiven aktiv nutzen". Vor der Bremer Konferenz wurde von der Bundesregierung ein "Aktionsplan zur HIV/AIDS-Bekämpfung" verabschiedet. "Ein wichtiger Beitrag, doch leider bleiben unsere Erwartungen unerfüllt. Im entwicklungspolitischen Teil des Plans fehlt weitgehend die klare Nennung konkreter Ziele und Maßnahmen. Erfolgskontrolle durch die Zivilgesellschaft ist daher nahezu unmöglich", so Rolf Goldstein, Sprecher des Aktionsbündnisses. Das Bündnis hofft, dass die im Aktionsplan angekündigte interministerielle Arbeitsgruppe sich mit der dramatischen Situation in Osteuropa beschäftigt und dringende Maßnahmen beschließt. Das Aktionsbündnis begrüßt die Zusage zur Erhöhung des Beitrags der globalen Aids-Bekämpfung von 300 auf 400 Millionen Euro im Jahr 2007. Angemessen wären für Deutschland jedoch 700 Millionen Euro. Die gemeinsame Erklärung der 27 EU-Mitgliedsstaaten sollte zur Kenntnis nehmen, dass in Osteuropa HIV-positive Menschen oft an der Armutsgrenze leben. Will man den Zugang zur Behandlung für Alle erreichen, dürfen keine bilateralen Verträge mit Pharmakonzernen geschlossen werden, deren Preise für die Mehrheit der Betroffenen unerschwinglich sind" betont Sonja Weinreich, stellvertretende Sprecherin des Aktionsbündnisses". Aktionsbündnis gegen AIDS |
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HIV attackiert bei Frauen zwei Zelltypen gleichzeitig Neue Hoffnung für Entwicklung wirksamer Medikamente. Wien - Ein internationales Forscherteam hat erstmals gezeigt, über welche Zellen das HI-Virus bei vaginalem Geschlechtsverkehr in den menschlichen Körper eindringt. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Immunity http://www.immunity.com/ berichten die Wissenschaftler, dass das Virus zunächst zwei Abwehrzellen des Immunsystems auf der Schleimhaut der Vagina attackiert und infiziert. "Das ist ein wichtiges Forschungsergebnis", sagt Ron Veazey, Pathologe am Tulane National Primate Research Center in Covington/Louisiana, wo er HIV-ähnliche Viren bei Affen untersucht. "Denn zuvor gab es viele Diskussionen darüber, welche Zellen als erstes infiziert werden." Vaginaler Geschlechtsverkehr ist die wichtigste Ursache für eine HIV-Ansteckung bei Frauen. Da die Schleimhaut der Vagina dabei die erste Barriere ist, die das Virus überwinden muss, untersuchten die Wissenschaftler Proben, die während chirurgischer Eingriffe entfernt worden waren. Dazu lösten sie die äußere Oberfläche vom darunter liegenden Gewebe. Dieses setzten sie dem HI-Virus aus, das sie zuvor mit einem leuchtenden Farbstoff markiert hatten. So konnten die Forscher beobachten, welche Zellen durch HIV infiziert worden waren. Wie die Forscher feststellten, attackierte das Virus zunächst die speziellen CD4+ T-Zellen des Immunsystems und infizierte mehr als die Hälfte von ihnen. Zugleich befiel das Virus auch Langerhans-Zellen, die ebenfalls Teil der Immunabwehr sind. Die genauen Infektionsmechanismen bleiben aber weiterhin ungeklärt. "Die Studie zeigt, dass das HI-Virus bei der Infektion zwischen zwei Zellen wählen kann", sagt Projektleiterin Julie McElrath von der University of Washington. "Aussichtsreiche Strategien müssen deshalb die Infektion beider Zellen verhindern." Die Forscher hoffen nun, dass die neuen Forschungsergebnisse bei der Entwicklung wirksamer Medikamente und Impfstoffe gegen das HI-Virus helfen können. Pressetext Austria |
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Nanoröhrchen schleusen Gen-Wirkstoff in T-Zellen ein Stanford – Einer Arbeitsgruppe um Hongjie Dai von der Stanford University ist es gelungen, mittels so genannter Kohlenstoffnanoröhrchen RNA-Stückchen in menschliche T-Zellen und primäre Blutzellen zu schleusen. Die RNA-Fragmente schalten die Gene für HIV-spezifische Rezeptoren und Co-Rezeptoren der Zelloberfläche ab. Ein möglicher Ansatz zur Gentherapie von HIV und anderen Erkrankungen ist so genanntes interferierendes RNA, kurze RNA-Schnipsel, die spezifisch an bestimmte Gene binden und so deren Übersetzung in das entsprechende, mit der Krankheit in Zusammenhang stehende Protein blockieren. Einer der Schwierigkeiten ist das effiziente und gezielte Einschleusen der RNA in die Zellen. Forscher um Hongjie Dai von der Stanford University wählten nun Kohlenstoffnanoröhrchen als Transportmittel. Nach dem Einschleusen der RNA-Stückchen und dem Abschalten der Rezeptoren hatten die HI-Viren kaum noch Möglichkeiten, um in die Zelle zu gelangen, berichten die Wissenschaftler (Angewandte Chemie doi: 10.1002/ange.200604295) Um in eine T-Zelle zu gelangen, müssen die Viren zunächst an einen CD4 genannten Rezeptor andocken. Mit beteiligt ist der Co- Rezeptor CXCR4. Mithilfe kurzer interferierender RNA-Stränge lassen sich die CD4- und die CXCR4-Gene der T-Zellen ausschalten. Die T-Zelle stellt dann diese Rezeptoren nicht mehr her und die Viren finden keinen Angriffspunkt auf der Zelloberfläche. Eine HIV-Infektion könnte auf diese Weise deutlich verlangsamt werden. Das Problem ist nach Angaben der Arbeitsgruppe jedoch, die RNA-Schnipsel in die T-Zellen zu schleusen. Eine Möglichkeit sei, die Hüllen nicht pathogener Viren zu verwenden. Allerdings könnten diese Allergien auslösen. Liposomen, winzige Fettbläschen, seien eine weitere zwar sichere Möglichkeit, erwiesen sich im Fall von T-Zellen aber als ineffektiv. Dai und seine Kollegen testeten ein neues Transportsystem: Kohlenstoffnanoröhrchen sind dafür bekannt, dass sie gut von Zellen aufgenommen werden und dabei andere Moleküle einschleusen können. Die Forscher knüpften Phospholipide-Moleküle, aus denen auch Zellmembranen aufgebaut sind, an Polyethylenglycol-Ketten. An deren Enden befestigten sie die benötigten RNA-Moleküle. Über eine Schwefel-Schwefel-Brücke seien sie später in der Zelle sehr leicht abzuspalten. |
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Größter AIDS-Impfstofftest gestartet In Südafrika hat der bisher größte afrikanische Test eines Impfstoffes gegen das AIDS-Virus HIV begonnen. In den nächsten viereinhalb Jahren sollen sich 3.000 Menschen daran beteiligen. Das teilten die Initiatoren am Donnerstag mit. Südafrika ist nach Indien das am stärksten von der Immunschwäche getroffene Land. Die Untersuchung wird unter anderem von der südafrikanischen AIDS-Impfstoff-Initiative (SAAVI) betreut und von den US-Gesundheitsbehörden (NIH) unterstützt. Impfstoff
mit drei Erbanlagen der Viren Endergebnisse
nicht vor 2011 Die abschließenden Ergebnisse werden nicht vor 2011 erwartet. Bei dem Versuch handelt es sich um eine Phase II Studie. Von ihren Resultaten hängt es ab, ob sich eine Phase III Studie anschließt - dies wäre eine Voraussetzung für ein zulassungsfähiges Präparat. Das AIDS-Virus HIV ist extrem schwierig zu bekämpfen, weil es sich besonders schnell wandelt und dem Immunsystem des Menschen damit immer wieder entkommt. Science ORF |
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Chicago - Das Spurenelement Selen kann bei HIV-Infizierten die Viruslast senken. Eine amerikanische Doppelblindstudie zeigt, dass die tägliche Einnahme der Substanz die medikamentöse Therapie ergänzen kann. Mediziner der Universität Miami teilten darin 262 HIV-Patienten nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen ein. Eine Hälfte der Teilnehmer bekam täglich ein Selenprodukt, die übrigen ein Scheinpräparat. Dabei wussten weder die Forscher noch die Teilnehmer, wer welches Mittel einnahm, wie die Zeitschrift «Archives of Internal Medicine» berichtet. Untersuchungen der Teilnehmer nach 9 und 18 Monaten zeigten, dass die Einnahme von Selen sowohl die Viruslast senkte als auch die Zahl der Helferzellen des Immunsystems, der so genannte CD4-Zellen, erhöhte. Auf welchem Weg das Element dies bewirkt, ist derzeit nicht bekannt. Quelle: «Archives of Internal Medicine», Vol. 167, S. 148-154 |
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WHO und UNAIDS: Mikrobizid erweist sich als gefährlich Genf - Klinische Tests eines so genannten Mikrobizids, das Frauen vor einer HIV-Infektion hätte schützen sollen, sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO http://www.who.int und der United Nations AIDS (UNAIDS) http://www.unaids.org nun in Afrika und Indien gestoppt worden. Das Medikament erwies sich im Vergleich zu einem Placebo als nicht wirksam. Die beiden Hilfsorganisationen erklärten, dass es nicht klar sei, warum das viel versprechende Mikrobizid, das aus Meeresalgen gewonnen wird, nicht funktionierte. Mehr als 1.300 Frauen in Südafrika, Uganda, Benin und Indien hatten an dem Test, der von der non-profit-Organisation CONRAD http://www.conrad.org gesponsert wurde, teilgenommen. Eine zweite Studie in Nigeria musste ebenfalls abgebrochen werden. Die Experten sind über den Ausgang der Untersuchungen sehr enttäuscht, da Zellulose-Sulfat als einer der vier Wirkstoffe sehr zuversichtlich schien, schreibt UNAIDS in seiner Aussendung. Der Abbruch der Phase-3 Tests war allerdings erforderlich, das die Zahl der Infektionen bei jenen Frauen, die das Gel angewendet hatten, höher war, als bei jenen die nur ein Placebo nahmen. Seitens der WHO reagierte man mit großer Enttäuschung. "Genaue Ursachen für das Scheitern des Tests sind bis dato nicht bekannt", so ein WHO-Sprecher. Ein offizieller Bericht werde frühestens im März erwartet. Derzeit sind aber weitere drei Phase-3 Studien von Mikrobiziden im Gang. Die so genannte Carraguard Studie, die vom Population Council an drei verschiedenen Orten in Südafrika durchgeführt wird, soll Ende des Jahres erste Ergebnisse liefern. Ein anderes Produkt mit dem Namen PRO-2000 wird derzeit in Südafrika, Tansania und Uganda sowie in Malawi, Sambia und Zimbabwe klinisch getestet. Alle Produkte sollen einer HIV Infektion vorbeugen und arbeiten nach demselben Prinzip. Mikrobizide sind chemische Substanzen, die Mikroben abtöten und zur Eindämmung sexuell übertragbarer Erkrankungen führen sollten. Die Substanzen werden in Form von Gels appliziert. Dabei sollen vor allem auch Frauen die Möglichkeit bekommen, sich gegen eine eventuelle HIV-Ansteckung zu schützen. Vor allem in ärmeren Ländern, in denen die HIV-Rate hoch ist, Männer aus Überzeugung keine Kondome verwenden und Frauen häufig Opfer von Vergewaltigungen sind, könnte ein solches wirksames Medikament helfen. Leitende HIV-Campaigner wie Bill Gates sehen in einem wirksamen Schutz der Frauen einen Lösungsansatz die Epidemie einzudämmen |
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Flüssiges Kondom für Frauen in der Entwicklung |
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AIDS
im Jahr 2030 dritthäufigste Todesursache
Gemäß einer im November
2006 veröffentlichten Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird
Aids im Jahr 2030 - nach Herzkrankheiten und Schlaganfällen - die dritthäufigste
Todesursache sein. In ihrer letzten Prognose vor zehn Jahren ging die WHO
noch davon aus, dass die Zahl der aidsbedingten Todesfälle zurückgehen
werde. Heute jedoch ist klar, die Immunschwächekrankheit fordert immer
mehr Opfer. |
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Resistente HI-Viren auf dem Vormarsch? Drei Millionen Euro investiert das Bundesministerium für Gesundheit in den nächsten drei Jahren in die Erforschung von Medikamentenresistenzen bei HIV-Infektionen. Die Düsseldorfer Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Häussinger ist eine von vier Institutionen, die an dem bundesweiten Projekt beteiligt sind. Die Düsseldorfer koordinieren innerhalb der RESINA-Studie 37 Schwerpunkteinrichtungen für HIV in Nordrhein-Westfalen, mehr als 1.000 Patienten wurden bereits in die Studie eingeschlossen. Weitere Partner in dem Verbund sind das Robert-Koch-Institut in Berlin, das Paul-Ehrlich-Institut in Langen sowie das Universitätsklinikum Köln. Die Behandlung der HIV-Infektion zeigt heute deutliche Erfolge. Allerdings entstehen bei einem Teil der behandelten Patienten im Verlauf der Therapie Viren, die unempfindlich gegen die verabreichte Medikation geworden sind. Diese mutierten Erreger können, z. B. bei ungeschütztem Sexualkontakt, übertragen werden. Dr. Mark Oette, Projektleiter erläutert: "Die Verbreitung solcher Viren steigt leider an. In Düsseldorf testen wir unbehandelte Patienten auf vorhandene Resistenzen und analysieren die gewonnenen Daten." Prof. Dr. Dieter Häussinger, Direktor der Klinik, fordert: "HIV-Infizierte sollten bereits in der Primärtherapie entsprechend untersucht werden, um eine mit Sicherheit wirksame Therapie zu bekommen." Bereits vor der Förderung durch den Bund hatte in Düsseldorf die private Heinz-Ansmann-Stiftung in die Resistenzforschung bei HIV investiert und eine Stiftungsprofessur zur HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät ins Leben gerufen. Ziele der aktuellen Förderung, so das Bundesministerium für Gesundheit, sind: Die Ergebnisse der Forschung sollen unmittelbar betroffenen Patienten zugute kommen und die Mechanismen der Resistenzentstehung erforscht werden. Therapieempfehlungen könnten so angepasst und Ansatzpunkte zur Entwicklung neuer Medikamente gewonnen werden. Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |
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Neue Perspektive für die Einführung von Medikamenten gegen AIDS Heidelberger Wissenschaftler entwickeln erstes transgenes Kleintiermodell zur raschen Testung von Anti-HIV-Wirkstoffen. Ein Heidelberger Wissenschaftlerteam unter Leitung des Virologen Dr. Oliver Keppler hat Medikamente gegen die HIV-Infektion beim Menschen erstmals erfolgreich an "transgenen" Ratten getestet. Diese Tiere waren durch gezielte Veränderung ihres Erbmaterials für eine Infektion mit HIV empfänglich gemacht worden. Damit steht nun ein transgenes Kleintiermodell zur Verfügung, mit dem die Wirksamkeit von Medikamenten gegen den AIDS-Erreger HIV schnell und in größerem Umfang vor ihrem Einsatz beim Menschen geprüft werden kann. Die Arbeit wurde jetzt in der Online-Ausgabe der renommierten US-Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht. Bevor neue Wirkstoffe bei gesunden Probanden und Patienten in klinischen Studien erprobt werden, müssen sie zunächst an Tiermodellen auf ihre Verträglichkeit und Wirksamkeit getestet werden. Allerdings ist HIV normalerweise weder für Mäuse noch Ratten infektiös, sondern nur für Menschen und bestimmte Menschenaffen. "Wirksamkeitsuntersuchungen in den wenigen bisher verfügbaren HIV-Tiermodellen sind technisch extrem aufwendig, sehr teuer und langwierig. Dies hat einen raschen Fortschritt bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen HIV erheblich behindert", berichtet Dr. Keppler. Die routinemäßige Testung an Menschenaffen ist - vor allem aus ethischen Gründen - nicht durchführbar. Menschliche Gene werden in das Erbgut der Ratten eingebracht Die Virologen Christine Goffinet, Ina Allespach und Privatdozent Dr. Oliver Keppler aus der Abteilung Virologie des Universitätsklinikums Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich) beschäftigten sich mit der Frage, ob Wirkstoffe gegen eine HIV-Infektion an den transgenen Ratten getestet werden können. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern am J. David Gladstone Institute in San Francisco wurden dafür Gene des Menschen in das Erbgut der Tiere eingebracht, die erst eine HIV-Infektion dieser Nager ermöglichen. Die Gene sorgen dafür, dass auf der Oberfläche von Immunzellen der Ratte "menschliche" Proteine (HIV-Rezeptorkomplex) aufgereiht werden, die für das Eindringen des Virus in die Zelle notwendig sind. "Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass diese transgenen Ratten mit HIV infiziert werden können", berichtet Dr. Keppler. Nun ist es den Heidelberger Forschern gelungen, im Rattentiermodell die HIV-Infektion mit Hilfe von Arzneimitteln einzudämmen, die bereits erfolgreich bei HIV-infizierten Patienten im Einsatz sind. Diese Medikamente, die bei Menschen den Ausbruch von AIDS hinauszögern können, verhindern entweder den Eintritt des HI-Virus in die Zelle oder stoppen seine Vermehrung in den Zellen durch Hemmung der Reversen Transkriptase; ein Enzym des Virus, das die Umschreibung des genetischen Materials des Virus bewerkstelligt. Durch Behandlung der transgenen Ratten mit diesen Medikamenten konnte das Niveau der Infektion mit HIV um mehr als 90 Prozent reduziert werden. "Interessanterweise lag der Grad der antiviralen Wirkung in einem ähnlichen Bereich wie in vergleichbaren klinischen Tests der Medikamente bei HIV-infizierten Patienten", so Dr. Keppler. "Dies ist eine wichtige Eigenschaft und vielversprechend im Hinblick auf geplante Untersuchungen neuer Wirkstoffe". Die Arbeitsgruppe von Dr. Keppler untersucht nun erstmals noch in Entwicklung befindliche Substanzen gegen das Virus in diesem HIV-Kleintiermodell auf ihre Wirksamkeit, einschließlich Inhibitoren der HIV-Integrase, einem weiteren viralen Enzym, das für das Einfügen des HIV-Erbmaterials in das Erbgut der Wirtszelle verantwortlich ist. Durch dieses transgene Rattenmodell könnte ein wichtiger Beitrag dazu geleistet werden, dass nur die aussichtsreichsten Medikamenten-Kandidaten gegen HIV für zukünftige klinische Studien am Menschen ausgewählt werden und so die Weiterentwicklung neuer Virostatika beschleunigt wird. Literatur: Christine Goffinet, Ina Allespach and Oliver T. Keppler, HIV-susceptible transgenic rats allow rapid preclinical testing of antiviral compounds targeting virus entry or reverse transcription, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, online publication Universitätsklinikum Heidelberg |
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AIDS in Deutschland besser bekämpfen Die Bekämpfung der Immunschwächekrankheit AIDS soll seitens der Politik in Deutschland wirksamer bekämpft werden. Zum einen sieht der Koalitionsvertrag für die erste Hälfte des Jahres 2007 einen Aktionsplan zur Bekämpfung von HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen vor, der gemeinsam mit Ländern, Kommunen und Verbänden umzusetzen ist. Dabei soll die Zusammenarbeit mit osteuropäischen Staaten intensiviert und die bisherigen Präventionsansätze überprüft werden. So müssten etwa an "Orten sexueller Begegnung" kostenlos Kondome und Gleitmittel sowie Informationen über sichere Sexualpraktiken bereitgestellt werden. Darüber hinaus hat die Fraktion der Grünen/Bündnis 90 einen Antrag auf intensivere Präventionsanstrengungen angesichts gestiegener Neuinfektionsraten gestellt. Besonders die Kürzungen bei den Ländern und Kommunen müssen ihrer Meinung nach zurückgenommen werden. Zudem wendet sich die Fraktion ausdrücklich gegen eine Zensur der Internet-Informationsangebote der AIDS-Hilfen. Auch über "Risikovermeidung bei nicht allgemein üblichen Sexualpraktiken" müsse "leicht verständlich und anschaulich aufgeklärt" werden. Weiter heißt es in dem Antrag nach Angaben des deutschen Bundestages, es sei dafür Sorge zu tragen, dass Flüchtlinge mit HIV-Infektion oder Aids-Erkrankung aus Ländern ohne Behandlungsmöglichkeiten nicht dorthin abgeschoben werden. Yahoo News |
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Beschneidung von Männern senkt Infektionsrisiko deutlich Die Beschneidung von Männern kann das Risiko einer Aids-Infektion halbieren und so zu einem wirksamen Instrument gegen die Ausbreitung der Immunschwäche werden. Dies zeigten Untersuchungen in Kenia und Uganda mit beschnittenen und unbeschnittenen Männern, die vom US-Institut für Allergie- und Ansteckungskrankheiten (NIAID) am Mittwoch (Ortszeit) in Washington veröffentlicht wurden. In Kenia wurden demnach 2784 Männer, die zu Beginn der Studie nicht mit dem HI-Virus infiziert waren, beobachtet. Am Ende lag die Zahl der Aids-Infizierten bei den Beschnittenen um 53 Prozent unter der der Unbeschnittenen. Ein ähnliches Bild zeigte sich in Uganda, wo 4996 Männer einbezogen wurden. Hier sank das Risiko bei beschnittenen Männern um 48 Prozent. Die US-Hilfsorganisation Aids Vaccine Advocacy Coalition (AVAC) sprach von einem "Meilenstein in der Geschichte der Aids-Epidemie". NIAID-Chef Anthony Fauci sagte, die Erkenntnisse könnten große Auswirkungen auf den Kampf gegen Aids in Ländern mit vielen HIV-Infizierten haben. Es müsse aber in den Kampagnen klar gemacht werden, dass die Beschneidung an sich nicht vor Aids schütze. Bei ihr wird die Vorhaut des Penis entfernt. Diese hat ein sehr dünnes Deckgewebe, das beim Geschlechtsverkehr Abschürfungen aufweisen kann. Die mikroskopischen Schnitte können dem HI-Virus dann den Eintritt in den Blutkreislauf ermöglichen. Einige Forscher vermuten auch, dass sich das HI-Virus an so genannte Langerhans-Zellen anbinden kann, die in großer Zahl in der Vorhaut vorkommen. Weltweit sind bisher 25 Millionen Menschen an Aids gestorben, weitere 40 Millionen sind infiziert, ohne dass sie Hoffnung auf eine Heilung haben können. Einzige Mittel zur Eindämmung der Ausbreitung waren bisher Kondome und Aufrufe zu sexueller Abstinenz. Das UN-Bevölkerungsprogramm schätzt, dass durch eine Eingliederung der Beschneidung in Kampagnen zur Aids-Bekämpfung in den kommenden zwei Jahrzehnten 3,7 Millionen Infektionen und 2,7 Millionen Tote verhindert werden können. Bernar Auvert von der französischen Aids-Agentur warnte allerdings ebenso wie die US-Organisationen davor, die Beschneidung auch in Ländern ohne ausreichende medizinische Versorgung zu propagieren. Wenn es die nicht gebe, würden Männer zu traditionellen Beschneidern gehen und damit Gefahr laufen, dass es "Komplikationen gibt - einschließlich Tod oder permanenter genitaler Schädigung", sagt er. "Es wäre ein Alptraum." Die Studien in Kenia und Uganda fanden in der Zeit vom September 2005 bis Mitte 2007 statt. Sie bestätigen ähnliche Untersuchungen in Südafrika, die sogar eine Senkung der Aids-Rate um 60 Prozent nahe legten |